Osimhen bricht sich den arm, lang verliert teil seines fingers – gala liegt in trümmern

Galatasaray fliegt mit 0:4 aus Liverpool heim – und kriegt zwei Körperteile nicht mit. Victor Osimhen hat den rechten Unterarm frakturiert, Noa Lang fehlt ein Stück Daumen. Die Saison der Türken droht vorzeitig zu enden, bevor sie richtig begann.

Der abend, der in schmerzen endete

An der Anfield Road war noch nicht einmal Halbzeit, da lag Gala schon 0:3 hinten. Dann rutschte Lang hinaus zum Einwurf, seine Hand landete zwischen Werbeband und Metallpfosten. Ein Schrei, ein Sprühnebel aus Blut – die Fernsehbilder schwenkten weg, die Stadienkamera nicht. Was danach kursierte, klang wie Horrorfilm: Daumen halb ab. Die Clubärzte bestätigen eine „schwere Schnittwunde mit Knochenbeteiligung“, operiert wird noch in Liverpool, ein Flug nach Istanbul ist unmöglich.

Osimhen war der andere Leidtragende. Der Stürmer war im Zweikampf mit Konaté gefallen, das Knirschen war bis zur Haupttribüne zu hören. Röntgen im Mannschaftsbus: Radiuskopf gebrochen, Orthese statt Operation – vorerst. Die endgültige Entscheidung fällt am Wochenende. Mit 25 Toren in 33 Spielen ist er Gala-Lebensversicherung. Ohne ihn droht dem Klub die Luft auszugehen.

Champions-league-traum wird zum medizinischen notfall

Champions-league-traum wird zum medizinischen notfall

Trainer Okan Buruk redet von „unnötigen Risiken am Spielfeldrand“ und kündigt juristische Schritte gegen die Stadionverwaltung an. Die UEFA wird die Bandenabstände prüfen, doch das hilft Lang nicht. Der Niederländer fällt mindestens drei Monate aus, mit Glück kommt er für ein mögliches Achtelfinale zurück – vorausgesetzt, Gala übersteht die Gruppe. Die Tabelle lügt nicht: zwei Niederlagen, 1:7 Tore, Tabellenplatz 32 von 36.

Die Liga ist bereits verloren – Gala liegt acht Punkte hinter Fenerbahce. Jetzt geht es ums Überleben im Europacup, und das mit einem Kader, der plötzlich zwei Topstars kurzfristig ersetzen muss. Die sportliche Lösung: 19-jähriger Berkan Kutlu als falsche Neun, 17-jähriger Hamza Aydın für den Flügel. Die psychologische: Teamarzt Dr. Yener İnce spricht von „PTSD-Prävention“, weil mehrere Spieler den Unfall live sahen.

Geld schießt keine Tore. Der Klub investierte 120 Millionen Euro in neue Spieler, doch am Ende zählen nur gesunde Knochen. Die Versicherung zahlt 70 Prozent des Gehalts, den Rest stemmt Gala – für zwei Stars, die gerade mal 126 Minuten gemeinsam auf dem Platz standen. Die Fans fragen sich nicht mehr, ob das Team die K.o.-Runde schafft, sondern ob es überhaupt wieder zusammenwächst.

Morgen fliegt die Mannschaft nach Istanbul – zwei Plätze bleiben leer. Lang liegt noch in Liverpool, Osimhen in der Handchirurgie. Die Saison ist nicht mehr das, was sie vor einer Woche war. Sie ist ein Spiel gegen die Zeit – und gegen die eigene Zerbrechlichkeit.