Orlando magic: play-in oder trainerwechsel?

Die Orlando Magic stehen am Scheideweg. Nach einer Saison, die weit hinter den Erwartungen zurückblieb, kämpfen sie in den Play-In-Spielen um die letzte Chance auf die Playoffs. Doch die Leistungen der vergangenen Wochen lassen einen bitteren Nachgeschmack und werfen die Frage auf, ob Jamahl Mosley seine Mannschaft noch führen kann – oder ob der Sommer einen Abschied bescheren wird.

Die zahlen lügen nicht: ein vergleich der klassenunterschiede

Die Bilanz spricht eine deutliche Sprache: 45 Siege und 37 Niederlagen für Orlando, verglichen mit 56 Siegen und 26 Niederlagen der Boston Celtics. Ein Net Rating von -0,1 offenbart, dass die Magic defensiv deutlich schwächer sind als in den Vorjahren (+8,4 bei den Celtics). Doch Zahlen allein erzählen nicht die ganze Geschichte. Es geht um die Art und Weise, wie die Spiele verloren wurden.

Vor dem Spiel gegen Boston lobte Jamahl Mosley noch den Celtics-Trainer Joe Mazzulla, betonte dessen Fähigkeit, ein Team zu formen, das stets hart kämpft. Ein Kompliment, das sich Mazzulla in diesem Spiel kaum hätte zurückgeben können. Seine Mannschaft, in der zahlreiche Stammspieler fehlten, präsentierte einen Plan, der funktionierte – während Orlando offensichtlich den eigenen verlor.

Peinliche Auftritte und wachsender Druck

Die Saison der Magic war geprägt von unbeständigen Leistungen. Ein sechs Spiele langer Verliererstreifen, Niederlagen mit 52 und 29 Punkten gegen direkte Konkurrenten, begleitet von den lauten Rufen „Fire Mosley!“ der Fans – es war ein Saisonverlauf, der kaum einen positiven Eindruck hinterließ. Auch das Spiel gegen Boston reihte sich in diese Reihe ein. Die Ausrede der vielen Verletzungen konnte nicht mehr gelten: Die Starting Five war vollzählig, hatte in ihren wenigen gemeinsamen Einsätzen ein Net Rating von +9,1 erzielt. Boston hingegen schickte eine B-Elf aufs Feld, die scheinbar wusste, was sie tat.

Baylor Scheierman führte die Celtics mit 30 Punkten zum Sieg, unterstützt von Ron Harper Jr. und Luka Garza, die ebenfalls 27 Punkte beitrugen. Franz Wagner hatte an diesem Abend keine Antwort auf die Leistung des jungen Celtics-Teams. Orlando verzeichnete 19 Ballverluste, war in der Lage, kaum einen Wurf zu verwandeln und agierte defensiv kaum mit der Intensität, die sie einst auszeichnete.

Desmond Bane wurde nach der Pause erst gar nicht mehr ins Spiel gebracht, um ihn zu schonen – eine Entscheidung, die angesichts der Bedeutung des Spiels für Orlando überraschte. Die Magic schafften es zwar kurz vor Schluss, den Rückstand auszugleichen, doch die letzten fünf Punkte gehörten den Celtics, während Orlando weitere Dreier vergab.

Play-in oder abschied? die zukunft von jamahl mosley

Play-in oder abschied? die zukunft von jamahl mosley

Die Play-In-Spiele bieten den Magic noch einmal die Chance, die Saison doch noch irgendwie zu retten. Ein Sieg gegen die Embiid-losen Sixers würde ein Wiedersehen mit den Celtics bedeuten. Verlieren sie, bleibt die Hoffnung auf ein Duell mit dem Sieger von Hornets gegen Heat. Aber selbst wenn die Magic die Play-In-Spiele überstehen sollten, stellt sich die Frage, ob diese Leistung ausreichend ist, um das Vertrauen in Mosley zu bewahren. Die öffentlich ausgetragenen Differenzen mit Paolo Banchero und der sportliche Rückschritt in der Defensive sind schwer zu ignorieren.

Es ist gut möglich, dass der Trainerwechsel die erste Maßnahme des Front Office um Jeff Weltman in der kommenden Offseason sein wird – eine Entscheidung, die leichter umzusetzen ist als beispielsweise die Verpflichtung neuer Spieler. Die Ansprüche in Orlando sind gestiegen, und die Protagonisten müssen den Beweis erbringen, dass sie gemeinsam den nächsten Schritt gehen können. Andernfalls könnte dies das Ende einer Ära bedeuten – und die Play-In-Spiele werden sich als die letzte Vorstellung von Jamahl Mosley erweisen.