Opel wird neuer titelsponsor der hbl – handball-bundesliga bekommt alte auto-ikone zurück

Die Handball-Bundesliga (HBL) tauscht den Klimakonzern gegen den Blitz: Opel übernimmt ab 2026/27 die Titelsponsoring-Rechte, wie kicker exklusiv erfuhr. Für die Liga ist das ein Kraftakt. Sie verliert mit Daikin einen Zahler, der bislang mehr als fünf Millionen Euro pro Saison überwies – eine Summe, die bei manchem HBL-Klub dem kompletten Etat entspricht.

Warum opel jetzt wieder ins sportgeschäft steigt

Der Rüsselsheimer Autobauer, seit 2021 Teil des Stellantis-Konzerns, hatte seine Sponsoring-Aktivitäten vor zwei Jahrzehnten weitgehend abgebaut. Die letzte große Fußball-Partnerschaft lief 2022 mit Borussia Dortmund aus. Nun folgt die Rückkehr – mit einem Premieren-Charakter. Denn noch nie hat Opel eine komplette Liga getauft. Stadien (Mainz) und Klubs (Frankfurt Skyliners) trugen schon seinen Namen, doch „Opel HBL“ wäre die erste Breitensport-Liga, die sich komplett in die Marke kleidet.

Die Vertragsdetails sind noch unterschriftsreif, doch intern ist bereits klar: Die Laufzeit soll länger sein als die üblichen Zweijahres-Verträge der Liga. Ein Zeichen, dass beide Seiten nachhaltig planen. Für Opel ist das Timing ideal. Die Marke startet 2026 eine neue Elektro-Offensive und kann den Handball als Testlabor für nachhaltige Mobilität nutzen – vom Elektro-Shuttle zur Halle bis zur Ladeinfrastruktur für Fan-Reisen.

Die liga braucht das geld – und das image

Die liga braucht das geld – und das image

Die HBL steht unter Druck. Daikin zog die Notbremse, weil der Wärmepumpenmarkt nicht so explodierte wie erhofft. Für die Liga war das ein Schock, denn der japanische Konzern hatte den Sponsoring-Markt nach oben getrieben. Nun folgt mit Opel wieder ein Global Player, der international denkt. Die Marke ist in der IRFU, beim niederländischen Topklub Feyenoord und seit Kurzem auch in der Formel E aktiv. Das passt zur HBL, die mit einem wilden Mix aus traditionellen Handball-Regionen und urbanen Zielgruppen wirbt.

Ein Detail verrät viel über die neue Machtbalance: Die Liga wollte den Deal gestern noch nicht kommentieren, auch Opel schweigt. Doch intern ist die Freude groß. Denn wer in der Autobranche noch Geld für Sport ausgibt, gilt als stabil. Und Stabilität ist in der HBL ein rares Gut. Die nächste Saison wird hart: Neue TV-Verträge, steigende Reisekosten, unsichere Zuschauerzahlen. Mit Opel im Rücken kann sich die Liga einige Risiken leisten – und vielleicht sogar neue Teams dazuholen.

Für die Fans bedeutet das: Der Opel HBL-Spieltag kommt. Klingt nach Autohaus, wird aber laut werden. Denn Handball-Arenen sind Verkaufsflächen – und die Marke mit dem Blitz will wieder zünden.