Opel attackiert die formel e: stellantis schickt den blitz in die voll-e-serie

Der Blitz trifft auf 600 kW. Opel, 163 Jahre alt und bisher mit Rallye- und Langstrecken-Trophäen verzogen, startet ab Saison 13 in die Formel E – und wird damit zum dritten Stellants-Ausrücker neben Citroën und DS. Die Meldung fiel am Vorabend des Madrid E-Prix, als CEO Florian Huettl und Formel-E-Chef Jeff Dodds gemeinsam den Schalter umlegten.

Warum jetzt? weil gen4 mehr power verspricht als jedes opel-coupé zuvor

Die Zeitung heißt Gazzetta Motori, aber der Knall kommt aus Rüsselsheim. Mit 600 kW Peak in Qualifying und Attack Mode – ein Plus von 250 kW zur aktuellen Gen3 Evo – und serienmäßiger Allradtraktion wird die Gen4 zur stärksten Serien-Opel aller Zeiten. Huettl nennt das „die perfekte Bühne, um deutsche Ingenieurskunst mit elektrischem Leistungsanspruch zu verheiraten“. Die Ingenieure um Motorsportdirektor Jörg Schrott arbeiten schon seit Monaten im Verborgenen; 45 Spezialisten sind laut interner Zahlen längst akquiriert.

Der Name des Teams lautet Opel GSE Formula E Team. GSE steht für German Sport Engineering – eine Sub-Marke, die bisher nur auf Straßen-SUVs klebte und jetzt auf Carbon-Felgen leuchten soll. Premiere feiert das Projekt Ende April auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet, wo Opel erstmals Chassis, Antriebsstrang und Design-Studie präsentiert.

Stellantis schichtet um – und lässt maserati links liegen

Der Schachzug verdichtet die Stellantis-Präsenz in der elektrischen Königsklasse. Während Maserati nach zwei Desaster-Jahren die Koffer packt, stehen nun drei Marken aus dem gleichen Konzern am Start: Citroën als Newcomer, DS als Titelanwärter und Opel als Frischling mit Historie. Interne Powerpoint-Folien, die TSV Pelkum Sportwelt vorliegen, kalkulieren mit einem Budget von 25 Millionen Euro für die ersten vier Saisons – ein Betrag, der sich durch Co-Sponsoring mit Energiekonzernen und Batteriepartnern fast komplett refinanzieren soll.

Die Fahrerliste ist noch leer, aber die Gerüchteküche brodelt. Ein deutscher Pilot mit Rallye-Erfahrung gilt als sicher, ein französischer Ex-F1-Reserve soll das Duo komplettieren. Verträge sind laut Teamchef Schrott „unter Dach, aber noch nicht unterschriftsreif“. Die Entscheidung fällt spätestens beim Gen4-Test in Jerez im Oktober.

Mehr leistung, mehr druck – und ein publikum, das e-autos liebt

Mehr leistung, mehr druck – und ein publikum, das e-autos liebt

Die Formel E profitiert vom Zulauf: 18 Hersteller haben bereits Gen4-Bestellungen aufgegeben, die Zuschauerzahlen in Madrid stiegen innerhalb von zwei Jahren um 34 Prozent. Dodds sieht in Opel „eine Marke, die junges Publikum anspricht und Ingenieure anlockt“. Die Serie ist inzwischen zertifizierte B-Corp – ein Gütesiegel, das bei jungen Käufern mehr zählt als PS-Zahlen.

Opel wiederum braucht die Bühne. Die GSE-Baureihe ist auf dem europäischen Markt nur Dritter im Segment Elektro-Kompakt, hinter VW ID. und Renault Zoe. Mit Siegen im Rennen will Huettl „Emotionen erzeugen, die man im Datenblatt nicht findet“. Die Devise lautet: Win on Sunday, sell on Monday – nur eben mit Strom.

Die Uhr tickt. In 18 Monaten rollen die Gen4-Boliden durch die Tempelhofer Allee in Berlin, und der Blitz will nicht nur blinken, er will einschlagen. Wer dann noch behauptet, Elektroautos seien langweilig, hat offensichtlich nicht mitbekommen, dass ein 163-jähriger Rüsselsheimer gerade den Stecker in die Rennserie ramscht – und dabei den Schalter auf 600 kW stellt.