Olympique marseille: vulkanische zeiten und ein überraschender neuanfang

Turbulenzen beim traditionsverein

Wenn es einen ‚heiß‘ gelaufenen Verein in Frankreich gibt, dann ist es der Olympique de Marseille. Dass die Lage jederzeit eskalieren kann, ist dort keine Seltenheit. Doch kaum jemand konnte zu Saisonbeginn ahnen, dass der Vulkan so heftig ausbrechen würde und in den letzten Tagen eine Reihe von Veränderungen sowohl auf der Trainerbank als auch in den Büros des Velodrome zur Folge hätte.

De zerbi und benatia: ein überraschendes aus

De zerbi und benatia: ein überraschendes aus

Roberto De Zerbi und der Verein trennten sich in beiderseitigem Einvernehmen, während Mehdi Benatia nach seinem Rücktritt als Sportdirektor überraschend zurückkehrt. De Zerbis Ankunft im Velodrome erfolgte fast zeitgleich mit einer äußerst turbulenten Saison, in der bereits drei Trainer – Marcelino, Gattuso und der verstorbene Gasset – das Team betreuten und Marseille das Minimalziel der europäischen Wettbewerbsteilnahme verfehlte, obwohl sie bis ins Halbfinale der Europa League 23-24 gelangten. Eine große Herausforderung, die De Zerbi annahm.

Die verlockung von marseille und das duell mit psg

Die verlockung von marseille und das duell mit psg

De Zerbi verließ seinen Posten beim Brighton, stark beeinflusst von der Überzeugungsarbeit von Mehdi Benatia. Bei seiner Vorstellung erklärte er: „Einer der Gründe, warum ich hierher komme, ist, um den PSG zu besiegen. Sie repräsentieren die Macht und das gefällt mir nicht. Sie sind ein Team, das seit Jahren gewinnt, ohne einen echten Rivalen zu haben. Das akzeptiere ich nicht.“ Im September gelang ihm der erste Sieg seit 2009-10 gegen den Erzrivalen, doch der Erfolg blieb aus.

Der abstieg und die gründe für das scheitern

Der abstieg und die gründe für das scheitern

Trotz einer Investition von über 220 Millionen Euro in neue Spieler, darunter Mason Greenwood, konnte De Zerbi die Erwartungen nicht erfüllen. Es wurde nicht erwartet, dass er die Liga gegen PSG gewinnt, aber er sollte zumindest in der Lage sein, bei einem möglichen Straucheln des Gegners mitzuspielen. Stattdessen verlor Marseille den Anschluss und wurde in der ChampionsLeague eliminiert. De Zerbi schien nicht in der Lage, seine anspruchsvolle Spielweise an die Stärke des Gegners anzupassen.

Die rückkehr von benatia und die neue strategie

Nach einer 5:2-Niederlage gegen PSG kam es zu ersten Zweifeln an Benatias Zukunft. De Zerbi übernahm die volle Verantwortung und kündigte seinen Rücktritt an. Er betonte seine Loyalität zu Benatia: „Mehdi liebt Marseille. Mehr als ich, da er hier geboren und aufgewachsen ist. Er hat mich geholt. Ich bin loyal und ehrlich. Wenn er geht, gehe ich auch.“ Kurz darauf gab auch Benatia seinen Rücktritt bekannt. Doch ein überraschender Wendepunkt erfolgte, als Frank McCourt, der Eigentümer des Vereins, in den Konflikt eingriff und Benatia überzeugte, bis zum Saisonende im Amt zu bleiben.

Mccourts intervention und die zukunft des om

„Meine Ambitionen für das Team sind ungebrochen“, erklärte McCourt und forderte Geschlossenheit, um die Situation zu stabilisieren. Das Ziel ist es, die Qualifikation für die Champions League zu wiederholen und um den Gewinn des Coupe de France zu kämpfen, einen Titel, der dem Verein seit 2012 verwehrt bleibt. McCourts Intervention hatte auch eine Nebenwirkung: Pablo Longoria wird sich ab sofort auf repräsentative Aufgaben konzentrieren, während die sportliche Leitung vollständig in den Händen von Mehdi Benatia liegt, dessen erste Aufgabe die Suche nach einem Nachfolger für Roberto De Zerbi ist. Gerüchten zufolge wird Habib Beye als heißer Kandidat gehandelt. Es wird der zehnte Trainer (ohne Interimstrainer) in der letzten Dekade sein. Marseille bleibt ein Vulkan – und das wird auch in Zukunft so bleiben.