Olympia-nachwirkungen: österreichische wintersportler erhalten verspätete medaillen

Olympia-nachwirkungen: österreichische wintersportler erhalten verspätete medaillen

Antholz – Ein Schatten russischen Staatsdopings lag lange über den Winterspielen. Nun, Jahre nach Aufdeckung des Skandals, durften österreichische Athleten in Antholz nachträglich Olympia-Medaillen entgegennehmen. Die Neuvergabe ist das Ergebnis langwieriger juristischer Auseinandersetzungen und der nachträglichen Disqualifikation des russischen Biathleten Jewgenij Ustjugow.

Bronze für christoph sumann in vancouver 2010

Für Christoph Sumann gab es eine besondere Freude. Im Massenstart der Olympischen Spiele 2010 in Vancouver wurde er ursprünglich Vierter. Durch die Disqualifikation Ustjugows rückte er auf den dritten Platz vor und erhielt die Bronzemedaille. Eine bewegende Momentaufnahme für den ehemaligen Biathleten, der heute als Biathlon-Chef im ÖSV tätig ist.

Silber für die staffel in sotschi 2014

Silber für die staffel in sotschi 2014

Auch die österreichische Staffel von den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi profitierte von den Konsequenzen des Dopingskandals. Das Team mit Christoph Sumann, Daniel Mesotitsch, Dominik Landertinger und dem weiterhin aktiven Simon Eder wurde von Platz drei auf Platz zwei aufgewertet und erhielt die Silbermedaille.

Die hintergründe des russischen dopingskandals

Die hintergründe des russischen dopingskandals

Der russische Staatsdopingskandal erschütterte die Sportwelt. Umfangreiche Untersuchungen enthüllten ein systematisches Dopingprogramm, an dem zahlreiche russische Athleten beteiligt waren. Die Konsequenzen waren weitreichend: Sperren von Athleten, Aberkennung von Medaillen und der Ruf nach einem sauberen Sport. Die letzten sportgerichtlichen Urteile wurden im Vorjahr rechtskräftig.

Die neuen medaillenplatzierungen im detail

Durch die Disqualifikation Ustjugows verschoben sich die Medaillenränge in beiden Rennen. Im Massenstart von Vancouver 2010 gewann Martin Fourcade (Frankreich) Gold, Pavol Hurajt (Slowakei) Silber und Christoph Sumann (Österreich) Bronze. In der Staffel von Sotschi 2014 ging die Goldmedaille an Deutschland, Silber an Österreich und Bronze an Norwegen.

Feierliche ehrung in antholz

Die Ehrung der aufgerückten Medaillengewinner fand vor einer begeisterten Zuschauermenge in Antholz statt. Anwesend waren unter anderem IOC-Präsidentin Kirsty Coventry und der ehemalige ÖOC-Chef und IOC-Mitglied Karl Stoss. Besonders bewegend war der Moment, als Simon Eder, unmittelbar nach seinem 36. Platz in der Verfolgung, die Silbermedaille entgegennahm.

Hoeneß’ kommentar: eine späte genugtuung

Die späte Ehrung ist für die österreichischen Athleten eine Genugtuung. „Der Glaube ist jetzt da, das hatten wir vor zwei Jahren schonmal“, so ein Kommentar von Hoeneß. Die Ereignisse zeigen eindrücklich, dass der Kampf gegen Doping weiterhin von entscheidender Bedeutung ist, um die Integrität des Sports zu wahren.