Olympia-milliarde für nrw: mehr schein als sein?

Debatte um sportfinanzierung in nordrhein-westfalen

Eine Milliarde Euro soll der Sport in Nordrhein-Westfalen (NRW) erhalten. Die Landesregierung unter Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sieht darin einen wichtigen Impuls für die Bewerbung um die Olympischen Spiele. Kritiker hingegen sprechen von einer vermeintlichen Mogelpackung. Die Diskussion dreht sich darum, wie viel Geld tatsächlich neu ist und wie es verteilt werden soll.

Einmütigkeit mit einem haken

Einmütigkeit mit einem haken

Grundsätzlich herrscht im Landtag von NRW weitgehend Einigkeit über die Notwendigkeit, den Sport zu fördern und die Olympiabewerbung zu unterstützen. Ein parteiübergreifender Beschluss für die Spiele an Rhein und Ruhr liegt bereits vor. Dennoch läuft die Kampagne für Olympia eher schleppend, was sich in der aktuellen Debatte um die Gelder für die Sportinfrastruktur zeigt.

Die geplante verteilung: kompakt und dezentral?

Die geplante verteilung: kompakt und dezentral?

Die Landesregierung plant, bis zu eine Milliarde Euro in den Breitensport zu investieren. Dies geschieht auch unter Berücksichtigung der Kriterien des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), der eine gute Infrastruktur als entscheidenden Faktor für eine erfolgreiche Bewerbung ansieht. Allerdings wird kritisiert, dass die Gelder nicht ohne Hintergedanken vergeben werden.

Kritik an der finanzierung

Kritik an der finanzierung

Die Opposition im Landtag, insbesondere die SPD und die FDP, bemängelt, dass es sich bei der angekündigten Milliarde teilweise um bereits zugesagte oder anderweitig geplante Mittel handelt. Lisa Kapteinat (SPD) kritisiert, dass Bundesmittel und kommunale Zuwendungen als „Extrageld“ verkauft würden. Auch Henning Höne (FDP) moniert, dass nicht das gesamte Geld dem Breitensport zugutekomme, sondern ein Teil für ausgewählte Sportstätten vorgesehen sei.

Kommunen sehen erwartungen, die nicht erfüllt werden können

Kommunen sehen erwartungen, die nicht erfüllt werden können

Auch der Städte- und Gemeindebund äußert Bedenken. Geschäftsführer Christian Schuchardt weist darauf hin, dass bundesweit ein Investitionsstau von 15,6 Milliarden Euro bei den Sportstätten besteht und die angekündigten Mittel diesen kaum decken würden. Die Kommunen sehen sich mit steigenden Erwartungen konfrontiert, die sie nicht erfüllen können.

Die cdu verteidigt die pläne

Die cdu verteidigt die pläne

Die CDU weist die Kritik zurück und betont, dass NRW im Vergleich zu anderen Bundesländern besonders viel in den Sport investiert. Jens Nettekoven, sportpolitischer Sprecher der CDU, argumentiert, dass kein anderes Bundesland so breit gefächert und nachhaltig in den Sport investiere. Allerdings wird auch innerhalb der CDU eingeräumt, dass der Großteil des Geldes aus bereits bestehenden Töpfen stammt.

Die tatsächliche summe: weniger als angekündigt

Tatsächlich werden rund 600 Millionen Euro über das Investitionspaket der Bundesregierung und weitere 375 Millionen Euro über die Sportpauschale des Gemeindefinanzierungsgesetzes bereitgestellt. Lediglich 25 Millionen Euro sind tatsächlich zusätzliche Mittel des Landes. Diese Anpassungen im Haushalt wurden während der Haushaltsberatungen kaum bemerkt.

Die entscheidung des dosb

Letztendlich wird der DOSB entscheiden, ob die Olympiabewerbung von NRW erfolgreich sein wird. Voraussetzung dafür ist eine positive Rückmeldung der Bevölkerung in den potenziellen Austragungsstädten. Ende September soll festgelegt werden, welche deutsche Stadt die finale Bewerbung einreichen darf. Der Fokus liegt nun auf der Akzeptanz der Bewerbung KölnRheinRuhr durch die Bürgerinnen und Bürger.