Olympia-kritik von max langenhan: fehlende investitionen gefährden sport-deutschland

Doppel-olympiasieger übt scharfe kritik an sportförderung

Nach einem insgesamt enttäuschenden Abschneiden der deutschen Athleten bei den Olympischen Spielen hat Rennrodler Max Langenhan, der selbst zwei Goldmedaillen gewann, deutliche Kritik an der aktuellen Sportpolitik und der deutschen Sportförderung geäußert. In einem Interview mit dem ZDF betonte der 27-Jährige, dass Veränderungen notwendig seien, um die Position Deutschlands im internationalen Sport zu stärken.

Enttäuschung über die medaillenbilanz

Enttäuschung über die medaillenbilanz

Langenhan verwies darauf, dass die Medaillenbilanz sowohl bei den Sommerspielen als auch bei den Winterspielen nicht den Erwartungen entsprach. Obwohl Deutschland im Eiskanal traditionell stark ist und dort rund 80 Prozent der Medaillen errang, sieht Langenhan einen generellen Trend, der Anlass zur Sorge gibt. „Wir müssen wieder eine Sportnation werden“, so der Athlet.

Die sport-milliarde: eine ‘mogelpackung’?

Besonders kritisch äußerte sich Langenhan zur sogenanntenSport-Milliarde, einem Förderprogramm der Bundesregierung. „Da war für jedes Jahr eine Milliarde versprochen und jetzt gibt es für die ganze Legislatur eine Milliarde“, monierte er. Er bemängelte, dass die tatsächlichen Kosten für Sportstätten wie Turnhallen und Schwimmbäder deutlich höher liegen, als die bereitgestellten Mittel.

Dosb teilte bereits kritik

Die Kritik von Langenhan reiht sich in die bereits im vergangenen Jahr geäußerte Kritik des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ein. Der DOSB hatte bemängelt, dass das angekündigte Programm zum Bürokratieabbau in der Sportförderung nicht umgesetzt wurde. Es bedürfe dringend mehr Investitionen, um die Sportmöglichkeiten für Jugendliche zu verbessern.

Sorge um die sportliche basis

Langenhan zeigte sich besorgt über den rückläufigen Trend der sportlichen Aktivität in Deutschland. Er verwies auf den hohen Body-Mass-Index und die mangelnde Begeisterung für Sport in der Bevölkerung. „Wenn ich mir das ansehe, finde ich das ein bisschen schade“, sagte er. Ziel müsse es sein, Kinder und Jugendliche wieder für den Sport zu begeistern.

„Als erstes die kinder hinbekommen“

Der Sportsoldat betonte die Bedeutung der Vereine und des ehrenamtlichen Engagements im Sport. „Wir haben die tollste Natur. Wir haben ganz, ganz viele ehrenamtliche Menschen, die sich in Vereinen engagieren“, lobte er. Er plädierte dafür, zunächst die Grundlage zu schaffen und die Freude an Bewegung zu fördern, bevor über die Ausrichtung zukünftiger Olympischer Spiele nachgedacht werden kann.

Blick nach vorn: olympia 2040?

„Dann kann man auf alle Fälle auch sagen: Wir bewerben uns für 2040 für Olympische Spiele und spielen dann im Medaillenspiegel wieder ganz oben mit“, blickte Langenhan optimistisch in die Zukunft. Die Investition in die sportliche Nachwuchsförderung sei der Schlüssel zum Erfolg.