Olympia-eishockey: französischer spieler sorgt für eskalation – droht deutschland ein harter gegner?
Olympia-eishockey: eskalation im spiel kanada gegen frankreich
Bei den Olympischen Spielen in voller Schärfe: Eine heftige Auseinandersetzung zwischen Kanada und Frankreich hat für Schlagzeilen gesorgt. Im Fokus stand der französische Spieler Pierre Crinon, der von der spanischen Sportzeitung Marca als „Rüpel der Spiele“ betitelt wurde. Die Szene ereignete sich sieben Minuten vor Spielende und sorgte für Aufsehen, selbst außerhalb der Eishockey-Hochburgen.
Provokation und gegenreaktion
Auslöser war ein hartes Foul von Crinon an NHL-Star Nathan MacKinnon, der mit dem Unterarm im Gesicht getroffen wurde. Thomas Wilson, ebenfalls bekannt für sein hitziges Temperament, revanchierte sich daraufhin mit einem heftigen Check gegen den Franzosen. Die Situation eskalierte schnell, als Crinon den Stürmer von den Washington Capitals zu Boden warf. Die Handschuhe flogen, die Schiedsrichter versuchten zu schlichten, doch die Spieler ließen sich nicht beruhigen.

Provozierende geste vor den fans
Nachdem beide Spieler in die Kabine geschickt wurden, zeigte Crinon eine provokante Geste in Richtung der kanadischen Fans, indem er sich die Hände an die Ohren hielt. Kanada dominierte das Spiel bis dahin klar mit einem Ergebnis von 10:2. Die Schlägerei selbst wäre in der NHL vielleicht nur eine von vielen gewesen, doch bei Olympischen Spielen sind derartige Aktionen nicht erlaubt.
Mackinnon lobt wilson, teamkollege kritisiert crinon
Nathan MacKinnonbedankte sich nach dem Spiel bei Wilson für dessen Einsatz: „Tom ist ein guter Teamkollege, und ich schätze es sehr, dass er mich verteidigt hat.“ Er gab an, dass Crinon ihm zuvor mit dem Ellbogen ins Gesicht geschlagen habe. Sein französischer Teamkollege Alexandre Texier übte derweil Kritik an Crinon: „Ich bin mir nicht sicher, ob das angesichts des Spielverlaufs nötig war…“
Disziplinarmaßnahmen und anhörung
Der internationale Verband hat bisher keine weiteren Disziplinarmaßnahmen ergriffen. Beide Spieler sind für das nächste Spiel ihrer Mannschaft spielberechtigt, was bedeutet, dass Crinon auch gegen Deutschland am Dienstag antreten könnte. Der französische Verband hat Crinon jedoch zu einer Anhörung am Montag einbestellt, um den Vorfall in Anwesenheit des technischen Direktors und des Nationaltrainers „umfassend aufzuklären“.
Ein hitzkopf mit vorgeschichte
Sollte Crinon tatsächlich gegen Deutschland zum Einsatz kommen, muss sich das deutsche Team auf einen erfahrenen Provokateur einstellen. Der Verteidiger, der in der französischen Liga für die Grenoble Bruleurs de Loups spielt, hat in der Vergangenheit bereits mehrere Aussetzer gehabt. Ende November wurde er beispielsweise für sieben Spiele gesperrt, nachdem er den Torwart von Angers, Matt O’Connor, mehrfach ohne Helm geschlagen hatte.
Frühere sperren und entschuldigung
O’Connor erlitt dabei eine Augenverletzung und ein blutüberströmtes Gesicht. Crinon entschuldigte sich später in den sozialen Netzwerken und gab zu, „Grenzen überschritten“ zu haben. Französischen Medien zufolge hat der 30-Jährige in den letzten vier Jahren insgesamt 19 Spiele aufgrund von Sperren verpasst. Ob er nun auch bei Olympia gegen Deutschland pausieren muss, wird sich bei der Anhörung zeigen.
