Olympia-drama: ukrainischer skeleton-fahrer wegen helmes disqualifiziert
- Schock bei den olympischen spielen: heraskewytschs helm zum streitpunkt
- Emotionale reaktion auf das ioc-urteil
- Keine politische propaganda, sondern ehrung
- Die bedeutung des helms für heraskewytsch
- Kampf vor dem cas angekündigt
- Ein gestohlener olympischer moment
- Hintergrund: regel 50 und politische neutralität
Schock bei den olympischen spielen: heraskewytschs helm zum streitpunkt
Wladyslaw Heraskewytsch, der ukrainische Skeleton-Fahrer, wurde von den Olympischen Spielen ausgeschlossen. Grund dafür ist sein speziell gestalteter Helm, der Porträts ukrainischer Sportler zeigt, die im Krieg ihr Leben verloren haben. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) begründet die Disqualifikation mit einem Verstoß gegen Regel 50, was zu erheblicher Empörung geführt hat.

Emotionale reaktion auf das ioc-urteil
Der 27-jährige Heraskewytsch zeigte sich in einem emotionalen Fernsehinterview im ZDF zutiefst betroffen. Er betonte, dass er keine Begründung für die Disqualifikation erhalten habe und immer wieder darauf hingewiesen hätte, dass sein Helm keine Regeln breche. Er hatte zuvor mit IOC-Präsidentin Kirsty Coventry gesprochen, um seinen Standpunkt zu erläutern.
Keine politische propaganda, sondern ehrung
“Das ist keine politische Propaganda, das ist keine rassistische Propaganda und ich belästige mit diesem Helm niemanden,” erklärte Heraskewytsch eindringlich. Er verwies auf andere Beispiele, bei denen Sportler bei Olympischen Spielen Trauer um Verstorbene durch das Zeigen von Motiven oder Namen ausdrücken durften. Er forderte eine gleichbehandlung.
Die bedeutung des helms für heraskewytsch
Für Heraskewytsch war das Tragen des Helms unerlässlich: „Wie ich vom ersten Tag an gesagt habe, werde ich diese Leute nicht im Stich lassen.“ Er betonte, dass die auf dem Helm abgebildeten Personen es verdienten, geehrt zu werden, und dass ihr Opfer es ermöglicht habe, dass er überhaupt an den Spielen teilnehmen konnte. “Dank ihrer Opfer können wir heute hier sein.”
Kampf vor dem cas angekündigt
Der Skeleton-Fahrer kündigte an, den Fall vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) zu bringen und für seine Rechte zu kämpfen. Das IOC hat ihm nicht nur die Teilnahme an den Wettkämpfen verweigert, sondern ihm auch seine Akkreditierung für die Winterspiele entzogen. “Manche Dinge sind wichtiger als Medaillen,” sagte Heraskewytsch.
Ein gestohlener olympischer moment
Trotz der Enttäuschung gab Heraskewytsch zu, dass er gute Chancen auf eine Medaille gehabt hätte. „Ich hätte morgen Medaillengewinner sein können, aber mir mein olympischer Moment wurde gestohlen.” Am Ende des Interviews richtete er auf Deutsch eine Botschaft an die Ukraine: „Das ist eine schwierige Zeit in der Ukraine und es ist wichtig, zu helfen. Danke.”
Hintergrund: regel 50 und politische neutralität
Regel 50 der Olympischen Charta verbietet politische, religiöse oder rassistische Kundgebungen während der Spiele. Das IOC argumentiert, dass dies dazu diene, die Spiele politisch neutral zu halten. Allerdings wird diese Regel immer wieder kritisiert, da sie die Meinungsfreiheit der Athleten einschränken kann. Die Entscheidung im Fall Heraskewytsch hat die Debatte erneut entfacht.
