Olympia-drama in mailand/cortina: deutschlands verpasste medaillen und die frage nach dem 'was wäre wenn?'
Fortlaufende misere für das deutsche olympiateam
Die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo sind für das deutsche Team bislang von Pech und verpassten Chancen geprägt. Die Frage, wo Deutschland im Medaillenspiegel stehen könnte, wenn man die zahlreichen unglücklichen Momente ausblendet, liegt morgens schon vor dem ersten Kaffee auf der Zunge. Die Beobachtungen ausländischer Journalisten, insbesondere der österreichischen Kollegen, sind dabei oft von einem Mitleid gespickt, das sich schnell in spöttischen Kommentaren verwandelt.

Lena dürr und die biathlon-enttäuschungen
Der Mittwoch war besonders bitter. Lena Dürr scheiterte im zweiten Slalomdurchgang direkt am ersten Tor, während die Biathlon-Staffel der Frauen trotz erneuter Fehler von Franziska Preuß nur den vierten Platz belegte. Diese Niederlagen reihen sich ein in eine lange Liste von knapp verpassten Erfolgen, die das deutsche Team verfolgt. Es ist eine Situation, die man in der Fanzone mit wachsendem Frust verfolgt.
Knapp vorbei ist auch vorbei: die deutschen 'blechkönige'
Besonders schmerzhaft sind die Fälle, in denen deutsche Athleten nur knapp am Podest vorbeischrammten. Emma Aicher verpasste zweimal Gold im Biathlon um hauchdünne Margen – einmal um vier, einmal um fünf Hundertstel Sekunden. Auch die Skispringer hätten bei einem regulären Wettbewerb nach dem Abbruch aufgrund des Sprungs von Philipp Raimund noch eine echte Medaillenchance gehabt. Das Mixed-Team landete ebenfalls auf dem undankbaren vierten Platz.
Vierte plätze en masse: deutschlands bilanz
Deutschland führt die Statistik der vierten Plätze bei diesen Olympischen Spielen an. Insgesamt elfmal sind deutsche Athleten in 95 Entscheidungen knapp am Podest vorbeigeschrammt. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Norwegen (neun), der Gastgeber Italien und die Schweiz (jeweils acht). Diese Bilanz hat dem deutschen Team den Spitznamen „Blechkönige“ eingebracht, wie die Focus treffend bemerkte.
Drama in der fanzone: frustration und selbstmitleid
Den Nackenschlag der Nordischen Kombinierer erlebte ich in der deutschen Fanzone in Cortina. Der Sturz von Vinzenz Geiger kurz vor dem Ziel löste unter den Zuschauern und Mitarbeitern der Fanzone Entsetzen aus. Äußerungen wie „Das gibt es doch gar nicht“ oder „Das kann doch nicht wahr sein“ waren an der Tagesordnung. Diese Stimmung erinnert an die Verzweiflung von Fans eines Fußballvereins und ist vielleicht sogar noch trauriger als das Mitleid der österreichischen Kollegen.
Laura nolte und annika morgan: weitere verpasste chancen
Auch Laura Nolte verlor im Monobob im letzten Lauf die Goldmedaille, während Annika Morgan beim Snowboard Slopestyle ebenfalls auf dem vierten Platz landete. Diese wiederholten Enttäuschungen zeichnen ein düsteres Bild der deutschen Leistung bei diesen Olympischen Spielen. Die Frage bleibt: Wie viele Medaillen hätte Deutschland gewinnen können, wenn das Glück auf ihrer Seite gewesen wäre?
