Olympia predazzo: kritik an schanze – werner schuster warnt vor 'plumpschanzen'
- Unsichere landungen in predazzo: olympia-schanze sorgt für besorgnis
- Verletzungswelle bei der generalprobe
- Schuster: “flickwerk ist keine lösung”
- Anpassungen an anzügen sollen helfen
- Wellinger mit gemischten eindrücken
- Kritik an fehlender athleten-beteiligung
- Vergleich zu deutschland: sorgfältigerer prozess
Unsichere landungen in predazzo: olympia-schanze sorgt für besorgnis
Kurz vor dem Beginn der Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo steht die Skisprungschanze in Predazzo im Fokus der Kritik. Nach mehreren Verletzungen im Training und bei Testwettkämpfen äußert sich Eurosport-Experte Werner Schuster besorgt über die Sicherheit der Anlage und spricht von sogenannten “Plumpschanzen”. Die Athleten und Verantwortlichen blicken mit Sorge auf die bevorstehenden Wettkämpfe.
Verletzungswelle bei der generalprobe
Die Bedenken sind berechtigt: Bereits im September, bei der Eröffnung der für Olympia umgebauten Schanzen, erlitten mehrere Athleten schwere Verletzungen. Eva Pinkelnig (Österreich), Alexandria Loutitt (Kanada) und Haruka Kasai (Japan) erlitten jeweils einen Kreuzbandriss – alles innerhalb eines einzigen Wochenendes. Der Grund: Eine zu steile Flugkurve und eine abrupte Landung. Der Internationale Skiverband (FIS) reagierte mit Anpassungen, doch die Wirksamkeit dieser Maßnahmen bleibt abzuwarten.

Schuster: “flickwerk ist keine lösung”
Werner Schuster, ehemaliger Bundestrainer, kritisiert die Vorgehensweise der Architekten und Bauherren scharf. “Alles, was man hinterher begradigt, ist Flickwerk”, so Schuster. Er bezeichnet die neuen Schanzen als “Plumpschanzen”, bei denen die Springer “wie eine Kanonenkugel” vom Schanzentisch geschossen werden und die Landung unkontrolliert erfolgt. Besonders besorgt ist Schuster um die Sicherheit der Springerinnen, die aufgrund ihrer Anatomie anfälliger für Kreuzbandrisse sind.

Anpassungen an anzügen sollen helfen
Um das Problem des “Plumpsens” bei der Landung zu minimieren, wurden auch die Vorschriften für die Anzüge der Springer angepasst. Ob diese Maßnahmen jedoch ausreichend sind, um das Verletzungsrisiko signifikant zu reduzieren, wird sich zeigen. Die ersten Trainingsläufe in Predazzo am Donnerstag werden erste Hinweise liefern.
Wellinger mit gemischten eindrücken
Einer der wenigen Athleten, der die umgebaute Normalschanze bereits getestet hat, ist Andreas Wellinger. Er nutzte eine Pause im Weltcup, um an den italienischen Meisterschaften teilzunehmen. Seiner Einschätzung nach hat sich das Profil der Schanze nur geringfügig verändert. Horst Hüttel, Sportdirektor des Deutschen Skiverbands, bestätigt dies: „Die Rückmeldung war: Es hat sich ein klein wenig das Profil verändert, aber nicht großartig.“
Kritik an fehlender athleten-beteiligung
Bundestrainer Heinz Kuttin bemängelt, dass die Meinung der Athleten bei der Planung und Umsetzung der Umbauten nicht ausreichend berücksichtigt wurde. “Die Athleten werden gar nicht gefragt. Es gibt Verantwortliche, die das berechnen – wahrscheinlich im Büro. Das darf in Zukunft nicht mehr passieren”, kritisiert er. Auch die Tatsache, dass Millionen für den Umbau ausgegeben wurden, bevor die Anlage ausreichend getestet und optimiert wurde, wirft Fragen auf.
Vergleich zu deutschland: sorgfältigerer prozess
Hüttel verweist auf den in Deutschland etablierten Prozess, bei dem ein Expertengremium unter der Leitung von Andreas Bauer die Pläne für Schanzenumbauten prüft. “Das ist in Italien so wohl nicht gemacht worden”, so Hüttel. Die Situation in Predazzo zeigt die Dringlichkeit, die Sicherheit der Athleten in den Mittelpunkt zu stellen und bei der Planung und Umsetzung von Schanzenbauprojekten eng mit den Sportlern zusammenzuarbeiten. Die kommenden Wettkämpfe werden zeigen, ob die vorgenommenen Anpassungen ausreichend sind, um eine sichere Austragung der Olympischen Spiele zu gewährleisten.
