Olympia mailand/cortina: dosb-vorstand tabor fordert weitblick – mehr als nur medaillen

Olympia mailand/cortina: dosb-vorstand tabor fordert weitblick – mehr als nur medaillen

Olaf Tabor, Vorstand Leistungssport beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), zeigte sich nach der ersten Hälfte der Winterspiele in Mailand/Cortina sowohl zufrieden als auch nachdenklich. Mit nur 13 Medaillen nach 116 Entscheidungen sei man angesichts der zunehmenden internationalen Konkurrenz gut dabei, betonte er am Sonntag. Dennoch mahnte er, die Leistung nicht ausschließlich an Medaillenzahlen festzumachen.

Halbzeitbilanz: höhen und tiefen

Die erste Woche sei von „Höhen und Tiefen“ geprägt gewesen, so Tabor. Besonders schmerzhaft seien die Ergebnisse in Disziplinen, in denen man aufgrund der Vorleistungen bessere Resultate erwartet habe. „Mit der bisherigen Ausbeute muss ich im Moment sehr zufrieden sein“, fügte der 55-Jährige hinzu. Der Druck aus der Politik, vor allem im Hinblick auf zukünftige Fördermittel, sei jedoch spürbar.

Erinnerungen an peking 2022

Erinnerungen an peking 2022

Im Vergleich zu den Winterspielen in Peking 2022, wo Deutschland mit 12 Goldmedaillen und insgesamt 27 Medaillen die zweitstärkste Nation war, sei die aktuelle Situation anders. Die Konkurrenz habe deutlich zugenommen, was die Erzielung von Top-Ergebnissen erschwere. Die aktuellen Spiele stellen somit eine neue Herausforderung dar.

Stärke im schlittensport als rückgrat

Stärke im schlittensport als rückgrat

Bislang konnte sich das deutsche Team vor allem im Schlittensport auszeichnen. Mehr als zwei Drittel der bisher gewonnenen Medaillen stammen aus Rodeln und Skeleton, darunter drei von vier Goldmedaillen. Tabor resümierte: „Wir werden derzeit von den Schlittensportarten getragen.“ Andere Sportarten müssten ihr Potenzial noch abrufen.

Weitere erfolge und herausforderungen

Abgesehen vom Skisprung-Olympiasieg von Philipp Raimund und den zwei Silbermedaillen in der Alpine, gab es in den ersten Wettkampftagen lediglich neun weitere Top-Acht-Ergebnisse. Dies zeige, dass es weiterhin Verbesserungspotenzial gibt. Trotzdem blickt Tabor optimistisch in die zweite Woche der Spiele.

Ziele und ausblick

„Wir wollen in die Top 3“, erklärte Tabor und betonte, dass man auf dem richtigen Weg sei. Er warnte jedoch davor, sich ausschließlich auf die zwei Wochen der Olympischen Spiele zu konzentrieren. „Mein Blick ist immer etwas weiter gewählt. Olympische Spiele sind das maßgebliche Ereignis, aber nicht das einzige“, sagte er und verwies auf die Bedeutung von Weltcup-Ergebnissen und der langfristigen Entwicklung des deutschen Wintersports.

Politische erwartungen und sportliche realität

Tabor betonte, dass die Bewertung des deutschen Wintersports nicht allein an Medaillen geknüpft werden dürfe. Die langfristige Entwicklung und die Erfolge im Weltcup seien ebenso wichtig. Er plädierte für einen ganzheitlichen Blick auf die Leistung des Teams und die Rahmenbedingungen für den Wintersport in Deutschland.