Olympia mailand cortina: werner schuster analysiert überraschenden deutschen erfolg

Olympia mailand cortina: werner schuster analysiert überraschenden deutschen erfolg

Die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina sind für die Skispringerinnen und Skispringer abgeschlossen. Mit einer einzigen Medaille – dem Gold von Philipp Raimund von der Normalschanze – fällt die Bilanz für das deutsche Team gemischt aus. Werner Schuster, ehemaliger deutscher Bundestrainer und Experte von Eurosport, zieht eine vorsichtige Bilanz.

Gold als überraschung

„Man muss froh sein, wenn man eine Medaille macht“, so der Österreicher. Schuster betonte, dass der Gewinn einer Goldmedaille, insbesondere durch Philipp Raimund, unerwartet gekommen sei. „Damit hätte man nicht gerechnet“, fügte er bei Eurosport hinzu. Raimunds Sieg auf der Normalschanze war die große Überraschung des deutschen Teams.

Enttäuschung im teamwettbewerb

Enttäuschung im teamwettbewerb

Abseits von Raimunds Erfolg blieb das deutsche Team hinter den Erwartungen zurück. Besonders bitter verlief das Super-Team-Event, bei dem Philipp Raimund und Andreas Wellinger antraten. Der Wettbewerb wurde aufgrund von starkem Schneefall vorzeitig abgebrochen, was zu einem enttäuschenden vierten Platz führte – nur 0,3 Punkte hinter dem Podium.

Frauen unter den möglichkeiten

Frauen unter den möglichkeiten

Auch die deutschen Skispringerinnen konnten nicht überzeugen. „Die Frauen sind etwas unter den Möglichkeiten geblieben“, analysierte Schuster. Selina Freitag erzielte mit Platz sieben von der Normalschanze das beste Einzelergebnis. Im Mixed-Teamwettbewerb reichte es mit Freitag und Agnes Reisch ebenfalls nur zum vierten Platz. Insgesamt lief es laut Schuster „nicht perfekt“.

Umbruch im deutschen skisprungteam

Umbruch im deutschen skisprungteam

Nach den Spielen steht für Schuster ein wichtiger Punkt fest: „Jetzt muss man schauen, dass man den Umbruch schafft“. Routinier wie Pius Paschke (35), Karl Geiger (33) und Andreas Wellinger (30) befinden sich im fortgeschrittenen Alter. „Paschke, Wellinger und Geiger haben zu lange gebraucht, um in die Saison zu finden“, so Schuster. Er hofft, dass sie den Umbruch noch unterstützen können.

Junge talente und internationale konkurrenz

Junge talente und internationale konkurrenz

Trotz des Alters der Topspringer sieht der Eurosport-Experte noch Potenzial. „Wellinger ist noch nicht so alt wie Kamil Stoch und auch Geiger ist definitiv noch in einem Alter, in dem man gut springen kann.“ Gleichzeitig wird an der Förderung junger Talente gearbeitet. Stephan Embacher (AUT) und Kacper Tomasiak (JPN) werden als vielversprechende Aushängeschilder der jungen Generation genannt.

Schusters tops und flops

Kacper Tomasiak war für Schuster eine der großen Überraschungen: „Herausragend war Tomasiak, der mit drei Medaillen rausgeht, was keiner erwartet hätte.“ Im Gegensatz dazu blieb Ryoyu Kobayashi hinter den Erwartungen zurück. „Er hat zwar im Mixed eine Medaille gemacht, aber nie richtig reingefunden. Den hatte ich wirklich auf der Rechnung.“

Fazit: leicht positiv

Unterm Strich muss man laut Schuster „leicht positiv“ bilanzieren, da immerhin eine Goldmedaille gewonnen wurde. Die Spiele zeigten die Notwendigkeit eines Umbruchs im deutschen Skisprungteam, aber auch das Potenzial, in Zukunft wieder an die Spitze zurückzukehren.