Olympia mailand cortina: bittere sturze und wut über jury-entscheidungen im snowboardcross

Drama im snowboardcross: deutsche athleten fallen

Bei den Olympischen Spielen Mailand Cortina 2026 kam es im Viertelfinale des Snowboardcross zu einem dramatischen Zwischenfall, der für das deutsche Team in einem bitteren Aus endete. Sowohl Martin Nörl als auch Leon Ulbricht stürzten, nachdem es zu einem Zusammenstoß gekommen war. Die Entscheidung der Jury, den Vorfall nicht näher zu untersuchen, sorgte für heftige Kritik.

Der vorfall: nörl und ulbricht im fangnetz

Der vorfall: nörl und ulbricht im fangnetz

Der zweimalige Gesamtweltcupsieger Martin Nörl führte zunächst das Viertelfinale an, verlor dann aber den Anschluss. Bei dem Versuch, wieder aufzuholen, kam es zu einer Berührung mit dem US-Amerikaner Nick Baumgartner. Dies führte dazu, dass Nörl ins Rutschen geriet und Leon Ulbricht mitriss. Beide Athleten landeten im Fangnetz. Nörl zeigte sich nach dem Rennen sichtlich enttäuscht.

Nörls kritik an der jury: videoüberprüfung gefordert

"Das ist schon ein bisschen bitter", sagte Nörl im ZDF. Er bemängelte, dass die Jury den Lauf nicht per Video überprüft habe. "Dass ich gestürzt bin, hatte mit einem Kontakt zu tun", betonte er. Er und Ulbricht hätten zwar nicht zu den Top-Favoriten gehört, aber "gutes Material" gehabt und waren "wahnsinnig schnell". Ulbricht gab das Rennen auf, während Nörl als Dritter chancenlos ausschied.

Eurosport-kommentatoren teilen die kritik

Auch die Eurosport-Kommentatoren Konstantin Schad und Maximilian Stark äußerten ihr Unverständnis über die Entscheidung der Jury. Maximilian Stark sprach von einer "Farce", insbesondere im Hinblick auf die kurz zuvor erfolgte Disqualifikation von Nathan Pare (USA), der den Spanier Lucas Eguibar Breton abgeräumt hatte.

Schad: jury-entscheidung schwer nachvollziehbar

Konstantin Schad zeigte sich "erstmal sprachlos", da Nörl und Ulbricht gut im Rennen gelegen hätten. "So wie die hier auffahren, am Rande der Regelwidrigkeit abgeräumt zu werden, ist einfach nur wahnsinnig bitter", so Schad. Er konnte sich ebenfalls nicht mit der Entscheidung der Kampfrichter im Fall Pare anfreunden. "Wenn zwei Entscheidungen im Rennen so eng beieinander liegen, ist es schwierig, eine harte Linie zu fahren und dann beim zweiten individuellen Fehler nicht", argumentierte er.

Unterschiedliche bewertung der vorfälle

Maximilian Stark erkannte mildernde Umstände für Pare, die er bei Baumgartner nicht identifizieren konnte. "Nathan Pare hat einen Schlag bekommen und keinen Fehler gemacht, durch den er Lucas Eguibar abräumt. Nick Baumgartner hat das nicht", so Stark. Trotz des Ärgers ging der Wettkampf ohne deutsche Beteiligung weiter. Bereits zuvor waren Niels Conradt und Julius Reichle in der ersten K.o.-Runde ausgeschieden.

Hämmerle gewinnt gold

Den Olympiasieg im Snowboardcross sicherte sich schließlich der Österreicher Alessandro Hämmerle vor dem Kanadier Eliot Grondin und seinem Landsmann Jakob Dusek. Nick Baumgartner wurde im kleinen Finale Dritter.

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