Ölpreis könnte auf 150 dollar steigen – qatar schlägt alarm

Der Nahe Osten brennt – und die Energiemärkte zittern. Saad al-Kaabi, Energieminister von Katar, hat im Interview mit der Financial Times eine Warnung ausgesprochen, die in den Hauptstädten Europas für schlaflose Nächte sorgen dürfte: Der Ölpreis könnte auf 150 Dollar pro Barrel klettern, wenn die Golfstaaten ihre Produktion von Rohöl und Flüssigerdgas einstellen. Kein Konjunktiv zur Beruhigung – al-Kaabi spricht von einer realen Möglichkeit, die sich in wenigen Tagen materialisieren könnte.

Was am 28. februar alles ins rollen gebracht hat

Der Auslöser ist bekannt, die Konsequenzen hingegen noch nicht vollständig absehbar. Am 28. Februar griffen die Vereinigten Staaten und Israel den Iran an. Teheran reagierte scharf: Bomben und Drohnen trafen mehrere Länder der Region. Seitdem ist die geopolitische Lage am Golf so instabil wie seit Jahren nicht mehr.

Das unmittelbarste wirtschaftliche Signal kam prompt: die Schließung der Straße von Hormuz. Durch diese Meerenge fließt normalerweise ein Fünftel des weltweiten Öl- und LNG-Bedarfs. Teheran hat die Sperrung erklärt, und selbst jene Tanker, die noch fahren wollten, stehen vor explodierenden Versicherungskosten. Das Ergebnis: Der WTI- und der Brent-Preis sind bereits gestiegen, der europäische LNG-Index TTF schießt nach oben.

Katar trifft es besonders hart

Katar trifft es besonders hart

Al-Kaabi machte keinen Hehl daraus, dass sein eigenes Land verwundbar ist. Eine iranische Drohne hat die größte katarische LNG-Anlage getroffen. Selbst wenn der Krieg morgen aufhören würde – Doha bräuchte Wochen, wenn nicht Monate, um den normalen Lieferzyklus wiederherzustellen. Katar ist der zweitgrößte LNG-Produzent der Welt. Das ist keine Randnotiz.

Für Europa bedeutet das: Die ohnehin angespannte Energieversorgung steht vor einer weiteren Belastungsprobe. Und der Wettbewerb um verfügbares Gas wird härter. Asiatische Importeure, so al-Kaabi, seien bereit, jeden Preis zu zahlen, um sich Lieferungen zu sichern. Europa müsste dann mitbieten – oder verzichten.

Die zahl, die alles sagt

Die zahl, die alles sagt

150 Dollar pro Barrel. Das wäre mehr als eine Verdoppelung gegenüber dem Niveau, das Europas Industrie gerade noch verkraften kann. Für Haushalte, die nach den Energiekrisen der letzten Jahre ohnehin ausgeblutet sind, käme das einem neuen Schock gleich. Al-Kaabi hat keine Lösung angeboten. Er hat nur beschrieben, wohin der Weg führt, wenn die Waffen nicht schweigen.