Odgaard schlägt in der nachspielzeit zu: bologna raubt pisa den letzten funken hoffnung
Es war der Moment, in dem Pisa dachte, ein Punkt sei zum Greifen nah. Jens Odgaard hatte andere Pläne. Aus 25 Metern, eine Sekunde vor dem Abpfiff, hämmerte der Däne den Ball mit dem linken Fuß in den Winkel – und ließ den Arena Romeo Anconetani in betäubende Stille versinken. Bologna gewinnt 1:0 in Pisa, und das Ergebnis klingt einfacher, als es war.
Skorupski: der eigentliche sieger des nachmittags
Bevor Odgaard die Geschichte schrieb, hatte Lukasz Skorupski sie mehrfach umgeschrieben. Der polnische Keeper des Bologna war an diesem 2. März 2026 schlicht unpassierbar. In der 58. Minute flog er gegen Leris, in der 60. Minute kratzte er einen Kopfball von Moreo von der Latte, und in der 78. Minute verhinderte er mit einem Reflex gegen Piccinini das, was längst fällig schien. Ohne ihn wäre dieser Nachmittag in eine völlig andere Richtung gelaufen.
Pisa verdient die Niederlage nicht vollständig. Das muss man klar sagen. Die Mannschaft von Trainer Hiljemark lieferte im zweiten Durchgang einen Auftritt voller Leidenschaft und Ideen ab – genau das, was man von einem Team erwartet, das in 26 Spieltagen gerade einmal einen einzigen Sieg geholt hat. Aber Leidenschaft allein schießt keine Tore. Das ist die bittere Wahrheit des Fußballs.

Das palo-castro-drama und die verpassten chancen der ersten hälfte
Die erste Halbzeit gehörte den Pisanern in Teilen, aber die Effizienz fehlte auf dramatische Weise. Santiago Castro scheiterte in der 23. Minute aus kurzer Distanz kläglich – der Abschluss flog meterhoch über das Tor. Elf Minuten später traf er den Pfosten. Der Pfosten. Nicht der Torwart, nicht die Linie – das Holz selbst schien gegen Pisa verschworen zu sein. Caracciolo traf die Querlatte, aber die Aktion war wegen eines Fouls ohnehin nichtig. Die Halbzeit endete 0:0, und das fühlte sich für Pisa wie ein gewonnener Krieg an.
Für Bologna war es eher eine Warnung. Trainer Vincenzo Italiano hatte auf Federico Bernardeschi statt Orsolini gesetzt, auf Cambiaghi statt Rowe – eine Aufstellung, die auf Ballbesitz und Kontrolle ausgerichtet war. Das Ergebnis in Hälfte eins: 61 Prozent Ballbesitz, null Tore, ein Pfosten gegen sich. Nicht das, was er sich vorgestellt hatte.

Odgaard entscheidet – wieder einmal gegen pisa
Die Ironie der Geschichte: Odgaard hatte bereits im Hinspiel im Dall'Ara getroffen. Und nun wieder, in der letzten Sekunde der regulären Spielzeit, sein fünfter Saisontreffer. Er nahm den Ball nach einem Zweikampf mit Coppola auf, ließ zwei Schritte vergehen, und dann kam der Schuss. Flach, präzise, unhaltbar. Keeper Nicolas warf sich – und griff ins Leere.
Was danach folgte, war bezeichnend: Die Pisaner Fans auf der Curva pfiffen nicht. Sie sangen. Sechzehn Spieltage ohne Sieg, eine Tabellensituation, die kaum noch Spielraum lässt, und dennoch – dieser Zusammenhalt ist das Einzige, was in Pisa gerade noch funktioniert. Das Team hat eine Partie weniger ausgetragen als einige Konkurrenten. Viel wird das nicht ändern. Aber die Hoffnung, so klein sie auch sein mag, lebt noch.
Bologna hingegen richtet den Blick wieder nach oben. Die Rossoblù haben nun in zwölf Auswärtsspielen hintereinander getroffen – ein Wert, den der Verein zuletzt in der Saison 1953/54 erreicht hatte. Qualität setzt sich durch. Manchmal braucht sie dafür die letzte Sekunde.
