Odermatt krönt sich zum fünften mal – und kriechmayr stoppt den österreichischen fluch

Die „L'Éclipse“ war schon immer seine Piste. Vor drei Jahren wurde Marco Odermatt hier Weltmeister, heute krönte er sich in Courchevel zum fünften Mal in Folge zum Gesamtweltcup-Sieger. Eine Zahl, die ihn mit Marc Girardelli gleichzieht – nur Marcel Hirscher liegt mit acht Triumph noch vor ihm.

Die Abfahrt aber ging diesmal nicht an den Schweizer. Vincent Kriechmayr riss sich nach 23 österreichischen Fehlversuchen seit März 2023 den Sieg. 0,09 Sekunden vor Giovanni Franzoni, 0,31 vor Odermatt. Der 34-jährige Doppelweltmeister aus Salzburg beendete nicht nur eine Serie, sondern vielleicht auch seine Karriere. „Ich habe die Entscheidung noch nicht getroffen“, sagt er – und klingt, als hätte er sie längst.

Silber statt gold – und trotzdem unantastbar

Silber statt gold – und trotzdem unantastbar

Odermatts Olympia in Bormio blieb ohne Gold, dafür mit drei Mal Silber und einmal Bronze. Doch wer denkt, das würde seine Vormachtstellung beschädigen, irrt. Mit 632 Punkten Vorsprung auf Lucas Pinheiro Braathen ist der 28-Jährige vor dem Saisonfinale nicht mehr einholbar. Auch die kleine Kristallkugel in der Abfahrt sicherte er sich vor Teamkollege Franjo von Allmen – der beim Finale nach Sturz keine Chance mehr hat.

Am Samstag folgt der Super-G. Gewinnt Odermatt, wäre es seine vierte kleine Kugel in Serie. Dann hätte er 2026 alle drei wichtigsten Weltcup-Wertungen in einem Winter geholt – eine Leistung, die selbst Hirscher nie vollbrachte.

Die Saison ist noch nicht zu Ende. Für Odermatt aber schon jetzt eine der besten seiner Karriere. Und für Kriechmayr vielleicht die letzte.