Oberstdorf träumt vom nordischen fest: wm 2031 in greifbarer nähe?

Ein Raunen ging durch Oberstdorf, als die Nachricht eintraf: Belgrad steht vor der Entscheidung über den Gastgeber der Nordischen Ski-WM 2031. Die Chancen für den Allgäuer Wintersportort scheinen so gut zu stehen wie nie zuvor – und Karl Geiger, der aus Oberstdorf stammende Skispringer, drückt die Daumen.

Die konkurrenz schläft, aber oberstdorf muss punkten

Die konkurrenz schläft, aber oberstdorf muss punkten

Die Entscheidung, die für Mittwoch erwartet wird, könnte für Oberstdorf eine historische Bedeutung haben. Nach 1987 und 2005 würde die Stadt zum dritten Mal eine Nordische Ski-WM ausrichten – ein Zeichen für die Tradition und die Leistungsfähigkeit des Ortes. Doch die Konkurrenz aus Slowenien, wo Planica bereits 2023 Gastgeber war, ist nicht zu unterschätzen. Allerdings hinterließ das slowenische Großereignis einen bitteren Nachgeschmack: Hohe Eintrittspreise und leere Tribünen sorgten für massive Kritik.

Die Corona-Enttäuschung soll vergessen gemacht werden. Oberstdorf hatte bereits 2021 eine WM ausgerichtet, die jedoch ohne Zuschauer stattfand. Der Zuschlag für 2031 wäre nicht nur eine sportliche Anerkennung, sondern auch eine Wiedergutmachung für diese enttäuschende Erfahrung. Der kurzfristige Entschluss, für 2031 und nicht erst für 2033 zu kandidieren, zahlte sich nun aus, nachdem der österreichische Bewerber Ramsau überraschend zurückgezogen hatte.

Die Entscheidung für Oberstdorf wäre auch ein Statement für Deutschland. Bislang gab es in Deutschland nur zwei Gastgeberorte für eine WM: Oberhof im Jahr 1931 und natürlich Oberstdorf selbst. Die sächsischen Städte Oberwiesenthal und Klingenthal hatten ebenfalls Interesse angemeldet, doch Oberstdorf setzte sich dank der kurzfristigen Bewerbung durch. Aber es gibt mehr als nur sportliche Aspekte. Der wirtschaftliche Aufschwung, den eine WM für die Region bedeuten würde, ist immens.

Während der Rest der Welt über die neuesten Skisprungsensationen diskutiert – wie beispielsweise der Ex-Skispringer Kranjec, der nach einem schweren Unfall im Rollstuhl sitzt – konzentriert sich Oberstdorf auf das Wesentliche: die Vorbereitung auf die entscheidende Abstimmung. Der Druck ist hoch, aber die Hoffnung groß. Die Entscheidung in Belgrad könnte Oberstdorfs Geschichte für immer verändern.