O gran camiño: wie eine rennveranstaltung zum fernsehspektakel wird
Galicien verwandelt sich
in ein episches Leinwandbild – und das dank O Gran Camiño. Die Veranstalter haben verstanden: Der Radsport ist mehr als nur eine körperliche Herausforderung, er ist ein visuelles Erlebnis, das begeistert. Durch bahnbrechende Technologie und eine cineastische Inszenierung katapultiert sich die spanische Rundfahrt in neue Dimensionen.Die dronen-revolution und ihre stolpersteine
Vorreiter in Sachen Innovation war O Gran Camiño bereits 2022, als die Technologie der Drohnen erstmals in den Einsatz kam. Der Debütflug über den Monte Trega sorgte für Aufsehen, als die Kamera überraschend nahe an Jonas Vingegaard kreiste. Das führte zu einer kurzzeitigen Alarmbereitschaft bei Visma und der UCI, die um eine Erklärung bat. Javier Cordero, Produktionsleiter bei SIT GrupoIRAIA CALVO, erinnert sich: “Damals war die Regulierung durch die UCI noch nicht so streng. Wir haben in Santiago spektakuläre Aufnahmen mit FPV-Drohnen gemacht, allerdings etwas zu nah am Fahrer. Danach wurden die Mindestabstände festgelegt. Aber die Begeisterung war geweckt, und andere Veranstalter begannen, sich zu interessieren.”
Heute ist der Einsatz von Drohnen im Radsport weit verbreitet – sei es im Cyclocross oder bei den großen Rundfahrten. Aber O Gran Camiño geht noch einen Schritt weiter.

Direkte verbindung vom himmel zum bildschirm
Die aktuelle Ausgabe der Rundfahrt präsentiert eine absolute Neuheit: die direkte Verbindung einer Drohne mit einem Flugzeug. Cordero erklärt: “Das macht die Drohne zu einem integralen Bestandteil der Rennveranstaltung, wie eine weitere Kameramotorrad. Wir haben jetzt vier Motorräder und diese Drohne, die dem Produzenten jederzeit Zugriff auf das Bild ermöglicht und es wie jede andere Kamera behandelt – Anfragen nach bestimmten Perspektiven, Vorhersagen, Bewegungen vom Meer zum Peloton… genau das, was wir in den letzten Etappen gesehen haben. Diese Freiheit, das Bild immer im Blick zu haben und direkten Kontakt zum Operator zu haben, ist entscheidend.”
Cordero ist überzeugt: “Die Drohne ist gekommen, um zu bleiben. Das Helikopterbild liefert die Gesamtperspektive und zeigt die Landschaft; die Drohne, insbesondere die FPV-Drohne, ermöglicht dynamischere und detailreichere Aufnahmen, von Orten, die ein Helikopter nicht erreichen kann.”

Der blick des fahrers: eine neue perspektive
Doch die technologische Innovationen stoppen nicht hier. Aktuell werden Tests mit intelligenten Brillen durchgeführt, wie sie Matteo Tretin bei seiner Erkundungsfahrt in Roubaix trug. Diese Oakley Meta-Brillen bieten dem Zuschauer die gleiche Sicht wie der Fahrer selbst. Ezequiel Mosquera, der Leiter von O Gran Camiño, hat eine klare Vision: “Er möchte den Sprint aus der Innenperspektive zeigen.” Und wie der ehemalige Radprofi selbst erklärt: “Als Radfahrer weiß ich, dass die Fernsehübertragung die Spannung nicht immer vollständig vermittelt.” Die technische Umsetzung ist zwar komplex, aber die Überzeugung ist groß, dass diese Perspektive bald Realität wird.
O Gran Camiño demonstriert eindrucksvoll, wie die Verbindung aus modernster Technologie und einer liebevollen Inszenierung den Radsport zu einem unvergesslichen Erlebnis machen kann. Die atemberaubenden Landschaften Galiciens, die cineastische Umsetzung und die Nähe zum Geschehen lassen die Zuschauer die Intensität des Rennens und die Anstrengung der Fahrer hautnah erleben. Die Epik ist nicht nur ein Beiwerk, sondern der Standard in den Straßen Galiciens.
