Nussbaumer plant genf-deal: davos droht der nächste super-star-absprung

Valentin Nussbaumer, derzeit bester Schweizer Skorer des HC Davos, steht offenbar vor dem vorzeitigen Abflug. Wie «Blick» exklusiv erfuhr, soll sich der 25-Jährige bereits jetzt mit dem Genève-Servette HC für die Saison 2027/28 geeinigt haben.

Die News trifft den HCD mitten in seinen Playoff-Träumen. Nach dem souveränen Gruppensieg in der Regular Season 2025/26 rüstet der Klub für den Titelangriff – und muss dabei mit ansehen, wie sein Leistungsträger die nächste Karriere-Etappe plant.

Langfristiger genf-vertrag bereits in der schublade

Dem Vernehmen nach erhält Nussbaumer in Genf einen Mehrjahresvertrag, der ihn bis weit in die 2030er-Jahre an die Romandie bindet. Der Deal wäre damit der erste grosse Transfer der noch jungen Offseason – und ein Vorgeschmack auf den erbitterten Kampf um Schweizer Top-Talente, der jeden Sommer die Liga spaltet.

Für Davos ist es ein Déjà-vu. Schon in den vergangenen Jahren verloren die Bündner mit Philipp Kurashev, Sven Andrighetto oder Tim Heed ihre heimischen Leitwölfe, weil Klubs wie Genf, Zug oder Bern frühzeitig zulangten. Nun droht erneut eine Transfer-Delle, die den Kader nach 2027 durcheinanderwirbelt.

Nussbaumers Zahlen sprechen für sich: elf Tore und 20 Assists in 50 Spielen dieser Saison, Höchstwert 37 Scorerpunkte in 2023/24. Seit seinem Wechsel von Biel 2020/21 entwickelte er sich beim HCD vom Rohdiamanten zum Power-Forward, der in fünf-gegen-fünf wie im Powerplay trifft.

Vertrag läuft 2027 aus – schweizer markt tickt anders

Vertrag läuft 2027 aus – schweizer markt tickt anders

Formell bindet Nussbaumer ein Arbeitspapier bis Saisonende 2027. Doch in der National League tickt die Uhr schneller: Wer den neuen Arbeitgeber früh präsentiert, sichert sich lukrative Lock-Ahead-Deals und verhindert, dass der Spieler in die Auswahl der ausländischen Clubs rutscht.

Genf nutzt diese Regel gnadenlos. Servette-Sportchef Stefan Mäder und Besitzer John C. Bland haben in den vergangenen Jahren ein Netzwerk aufgebaut, das Schweizer Leistungsträger mit langfristigen Kontrakten lockt. Nussbaumer wäre das nächste Puzzlestück neben Meier, Herzog oder Rod.

Beim HC Davos will man sich auf Anfrage nicht äussern. «Wir konzentrieren uns auf das laufende Playoff-Projekt», heisst es aus dem Management. Doch hinter den Kulissen arbeitet Roger Albrecht bereits an Alternativ-Szenarien – entweder mit einem Vertragsverlängerungs-Angebot oder einem sofortigen Verkauf, sollte der Spieler unbedingt vor 2027 wechseln wollen.

Die Fans reagieren zwiegespalten. Auf Social media fordern viele, den Stürmer noch diese Saison zu transferieren, um ein Transferentgelt zu kassieren. Andere erinnern an den Zusammenhalt, der Davos einst auszeichnete, und hoffen auf eine Kehrtwende. Der Klub steht also vor dem klassischen Dilemma: Geld jetzt oder Loyalität später.

Fazit: Wenn Nussbaumer tatsächlich bereits unterschrieben hat, liefert die National League erneut den Beweis, dass Transferspässe früher beginnen als je zuvor. Für Davos bleibt nur die kleine Hoffnung, den Angreifer doch noch zu halten – oder wenigstens ein Ablösepaket zu verhandeln, bevor Genf ihn 2027 umsonst abholt. Die Uhr tickt. Und sie tickt schnell.