Nur acht punkte nach 24 spielen: wetzlar und leipzig stecken im todeskampf

Die HSG Wetzlar und der SC DHfK Leipzig spielen sich mit Tempo aus der Erstklassigkeit. Nach 24 Spieltagen kleben beide Clubs bei 8:40 Punkten auf den Abstiegsrängen – und die Historie zeigt: Wer so spät so wenig auf dem Konto hat, verlässt die HBL meist mit dem Koffer in der Hand.

Seit 2016 retteten sich nur zwei Teams mit einem Plus von maximal 14 Zählern: der TVB Stuttgart 2015/16 und die Eulen Ludwigshafen 2018/19. Beide Male war die Liga schwach, beide Male entschied am Ende ein Treffer die Balance. Stuttgart blieb 2016 wegen der besseren Tordifferenz, Ludwigshafen schaffte das „Wunder 2.0“ ebenfalls mit 14:54 Punkten – und schickte Gummersbach in die 2. Liga.

Die corona-ausreißer verfälschen das bild

Die Saison 2020/21 ist ein statistischer Irrtum. Wegen der Lizenz-Verweigerung für Hamburg und der Pandemie-Aufstockung auf 20 Teams spielte GWD Minden mit 28 Punkten nur Rang 17 – und blieb dennoch oben. Solche 38-Spiel-Runden sind Geschichte. Seither bewegt sich die Rettungsmarke wieder zwischen 17 und 22 Punkten. 18 scheint das neue Schweigen der Lämmer zu sein: dreimal in den letzten vier Jahren reichte exakt diese Zahl.

Für Wetzlar und Leipzig heißt das: Mindestens zehn Punkte in den restlichen zehn Spielen – sonst wird es eng. Sechs Siege aus zehn Partien, das klingt machbar, ist es aber nicht, wenn man die letzten zehn Auftritte betrachtet. Die HSG holte zwei Siege, Leipzig sogar nur einen. Die Formkurve zeigt nach unten, der Kalender rast nach vorn.

Minden ist das maß aller dinge

Minden ist das maß aller dinge

Derzeit liegt GWD Minden auf Platz 16 – mit 12:36 Zählern. Der Aufsteiger ist also schon vier Punkte vor den Traditionsclubs weg. Das ist kein Vorsprung, das ist eine kleine Galaxie bei nur noch zehn Spieltagen. Und Minden hat mit Kyiv-Sieg und Heimstärke sogar noch Luft nach oben.

Die Lehre ist simpel: Wer bis Spieltag 30 nicht mindestens 15 Punkte auf dem Zähler hat, muss in den letzten vier Spielen sieben Zähler sammeln – das schaffte in den letzten zehn Jahren kein einziger Abstiegskandidat. Die Statistik ist gnadenlos. Und sie lügt selten.