Norwegen schmeißt zwei weltmeister raus – und macht botn zum neuen könig
Endre Strömsheim und Vebjørn Sörum sind raus. Kein Elite-Kader, kein B-Team, kein Sicherheitsnetz. Der Weltmeister von 2025 und der dreifache Europameister müssen sich einen neuen Traum suchen. Johannes Dale-Skjevdal kennt das Gefühl: „Das ist wirklich brutal. Ich habe das durchlebt – es bleibt beschissen.“
Ole einar björndalen erklärt, warum die härte gerecht ist
Der Verband setzt auf Johan-Olav Botn und Isak Frey. Botn, Olympia-Sieger Einzel und Gesamtweltcup-Dritter, war nur noch Formsache. Frey, fünffacher Europameister und IBU-Cup-Gewinner, profitierte vom Schwächeanfall der Altstars. „Beide hatten eine miserable Saison“, sagt Ole Einar Björndalen. „Einer mit Rücken, der andere mit dem Kopf. Dafür kommen zwei Extreme nach.“
Strömsheim sammelte in 14 Weltcup-Wochenenden drei Punkte. Sörum stand ein einziges Mal auf der Startliste, nach monatelanger Reha. Die Zahlen lügen nicht. In Norwegen reicht ein Jahr der Mitte nicht – selbst wenn du 2025 noch Gold holtest.

So schnell ist ruhm vergessen im reich der skandinavier
Die Norweger dürfen nur sieben Männer ins Elite-Regiment berufen. Dahinter warten mindestens zehn, die jeden Tag unter 18 Minuten laufen und 95 % im Liegen treffen. „Wir haben das Luxusproblem, dass wir zehn Weltcup-Sieger haben“, sagt Björndalen trocken. Für Strömsheim und Sörum bleibt nur die harte Tour: IBU-Cup, Nationalmannschaft, hoffen, dass einer vorne stolpert.
Botn selbst schweigt öffentlich. Er muss nichts sagen. Sein Ski hat in Antholz und Oslo schon gesprochen: 52 von 55 Scheiben umgelegt, zwei Siege, nie schlechter als Rang sieben. Wer so läuft, braucht keine Abschiedsreden der anderen zu kommentieren.
Der nächste Winter wird zeigen, ob der saubere Schnitt goldrichtig war. Bis dahin bleibt für die Gefallenen nur ein Trost: 2022 schaffte Dale-Skjevdal den Sprung zurück – von Null auf Olympia-Gold. Die Piste ist hart, aber nicht endgültig zugefroren.
