Norwegen schickt em-altstars zur golden league – und riskiert den nächsten k.o.
Nach dem peinlichen Aus
als Co-Gastgeber der Heim-EM schickt Bundestrainer Jonas Wille fast dieselbe Truppe nach Kopenhagen. 16 EM-Gesichter, 16 Erinnerungen an ein verschenktes Turnier. Die Golden League wird zum Prüfstein: Weiter so – oder endlich neu starten?Die nummern sprechen gegen wille
16 von 20 Spielern standen auch in Januar auf dem Parkett, als Norwegen gegen Nordmazedonien und Island kollabierte. Die Statistik: nur 56 % Trefferquote im Rückraum, 38 Gegentore aus siebenmeterschwachen Außenpositionen. Doch statt Radikalkur setzt der Coach auf Altstars wie Sander Sagosen und Torbjörn Bergerud. Die Botschaft: Vertrauen statt Tabula rasa.
Die Gegner in der Royal Arena lachen nicht. Dänemark feiert Heimspiel-Hysterie, die USA bringt NBA-ähnliche Athletik, die Niederlande das schnellste Gegenstoßsystem Europas. Norwegen reist mit demselben Kader, der gegen Island in der 58. Minute komplett die Mitte aufgab. Vetle Eck Aga und Martin Hovde sind die einzigen „Neuen“ – beide Kolstad-Kreisläufer, beide schon EM-Reservisten.

Die uhr tickt nach tokio-standard
Paris 2025 rückt näher. Die Wildcard für Olympia gibt es nur über den World-Cup-Platz drei – und der wird in der Golden League verteilt. Verliert Norwegen auch dieses Mini-Turnier, rutschen sie auf Rang neun der Weltrangliste. Dahinter lauert Ungarn, vorne ziehen Dänemark und Frankreich davon. Die Qualifikation beginnt jetzt, nicht im Sommer.
Jonas Wille riskiert sein Gesicht. Erklärt er das Viertelfinal-Aus mit „mangelnder Abstimmung“, muss dieselbe Abstimmung binnen drei Wochen funktionieren. Sonst wird das norwegische Handball-Jahr 2025 vorzeitig zur Nebensache – und der Trainer zur Fußnote.
Erste Partie: 19. März, 18.10 Uhr gegen Dänemark. Die dänische Fanbasis hat bereits 12 000 Tickets gebucht. Norwegen bringt 16 bewährte Gesichter – und ein ganzes Land voller unbewährter Zweifel.
