Nordische kombination: neue liga soll disziplin retten!

Die Nordische Kombination steht am Scheideweg. Während die Olympischen Ambitionen weiterhin in der Schwebe hängen, wagt es die Sportart mit einer radikal neuen Liga zu, ihre Zukunftsperspektiven zu verbessern. Ein mutiger Schachzug, der die etablierten Strukturen aufbrechen könnte.

Velocity ski league: mehr als nur ein neues turnier

Velocity ski league: mehr als nur ein neues turnier

Die Velocity Ski League (VSL) soll ab 2027 frischen Wind in die Szene bringen. Es geht um mehr als nur um zusätzliche Wettkämpfe; es geht um eine Neuausrichtung, um die Verbindung zu den Fans zu stärken und neue Einnahmequellen zu erschließen. Die FIS hat bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet, was die Bedeutung dieser Initiative unterstreicht.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Mixed-Teams. Anders als gewohnt werden hier nicht Nationalmannschaften antreten, sondern sechs Teams, zusammengesetzt aus Athleten und Athletinnen aus verschiedenen Nationen. Eine spannende Neuerung, die für frische Dynamik sorgen dürfte und die Attraktivität für ein breiteres Publikum steigern könnte. Olympiasieger Bill Demong steht federführend hinter diesem Projekt und sieht in der VSL „einen echten Durchbruch“ für die Sportart.

Demong betont, dass die Liga die finanzielle Verantwortung für die Austragungsorte und den Betrieb übernimmt, was den Athleten und den beteiligten Strukturen die Last nimmt. „Diese Unabhängigkeit erlaubt es unserem Sport, auf seine eigene Art zu wachsen“, so der US-Amerikaner.

Auch Jon Voigtman, Mitgründer und Investor, sieht eine wichtige Aufgabe in der Stärkung der Verbindung zwischen Fans und Sportlern. „Fans wollen eine Geschichte erleben, eine Verbindung zu den Athleten spüren. Die Nordische Kombination hat eine leidenschaftliche Fangemeinde, und unsere Arbeit besteht darin, ein Geschäftsmodell aufzubauen, das diese Community trägt und wachsen lässt.“ Die Nachfrage ist da, das zeigen auch die erfolgreichen Weltmeisterschaften.

FIS-Renndirektor Lasse Ottesen lobt die Initiative und betont, dass sie der Nordischen Kombination einen „bedeutenden Mehrwert“ bietet. Die VSL soll den Weltcup ergänzen und die Athleten auf moderne Weise präsentieren. Die zeitliche Abstimmung gestaltet sich unproblematisch, da die FIS seit Jahren mit Schwierigkeiten bei der Suche nach Ausrichtern für den Weltcup zu kämpfen hat.

Trotz des vielversprechenden Ansatzes bleibt die Frage nach der olympischen Zukunft weiterhin offen. Die Entscheidung sollte eigentlich im Juni fallen, wurde aber verschoben. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um Klarheit zu schaffen. Doch eines ist sicher: Die Nordische Kombination zeigt mit der VSL, dass sie bereit ist, neue Wege zu gehen und sich den Herausforderungen zu stellen. Die Sportart investiert in ihre Zukunft, und das ist ein Zeichen von Stärke und Entschlossenheit.