Nordhorn verliert kapitän zintel: finanzielle not zwingt zum umbruch
Schock in Nordhorn: Björn Zintel, Kapitän und Drehscheibe des Handball-Zweitligisten HSG Nordhorn-Lingen, verlässt den Verein – und das unter weniger schmeichelhaften Umständen. Nach zwei Jahren endet die erfolgreiche Zusammenarbeit abrupt, ein deutliches Zeichen für die finanzielle Notlage, die den Klub ergreift.
Ein abgang mit bitterem beigeschmack
Die Trennung von Zintel ist kein freiwilliger Abschied. Vielmehr sieht sich die HSG gezwungen, angesichts anhaltender finanzieller Probleme den Gürtel enger zu schnallen. Bereits zuvor wurden Verträge mit weiteren Leistungsträgern nicht verlängert, ein Vorgeschmack auf den notwendigen Umbruch. Zintel selbst äußerte sich nach dem Spieltag vor Schluss, in dem Nordhorn einen enttäuschenden sechsten Platz belegte, bedauernd: „Natürlich wollten wir mehr. Im dritten Jahr wäre sportlich ein weiterer Sprung möglich gewesen.“
Die Äußerungen des Spielmachers unterstreichen die Enttäuschung über die aktuelle Situation. „Ich wünsche der Mannschaft und jedem Einzelnen nur das Beste“, so Zintel, der dennoch betont, dass er sich im Leben immer wieder begegne. „Man sieht sich im Leben immer zweimal – manchmal auch dreimal oder öfter.“ Seine Worte klingen wie ein Abschied, aber auch wie ein Versprechen.

Junge unbekannte statt erfahrener führungsspieler
Als vermeintlicher Ersatz für den erfahrenen Kapitän wurde der junge Niederländer Emiel Hoogland (21) vorgestellt. Ein Mann, der offenbar das nötige Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, aber ob er die Lücke füllen kann, die Zintel hinterlässt, bleibt abzuwarten. Geschäftsführer Michael Jonker sprach bei „ems TV“ offen über die Schwierigkeiten: „Sponsoring steht bei vielen Unternehmen, die gerade eigene Probleme haben, nicht ganz oben auf der Agenda. Das ist eine Position, wo eher mal gestrichen wird und das merken wir.“
Die Situation ist ernst. Die finanzielle Schieflage zwingt die HSG zu drastischen Maßnahmen, die den sportlichen Erfolg gefährden könnten. Jonker weiter: „Das ist für uns extrem herausfordernd und ein Grund, warum wir auf der Seite unseres sportlichen Kaders doch deutlich Kosten reduzieren mussten.“ Der Wind weht gegen die HSG, wie Jonker es treffend ausdrückt. Dennoch wurde die Lizenz für die nächste Saison ohne Auflagen erteilt, ein kleiner Lichtblick in einer ansonsten düsteren Lage.
Ob dieser Umbruch dem Verein langfristig nutzen wird, bleibt abzuwarten. Die Abgänge erfahrener Spieler und die finanzielle Notlage stellen die HSG Nordhorn-Lingen vor eine große Herausforderung. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Verein in der Lage ist, sich neu zu formieren und den sportlichen Anschluss zu halten. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber die Zeichen stehen nicht gut.
