Nokian baut reifen, der seine spikes selbst einfährt: hakkapeliitta 01 kommt 2026
Es klingt wie ein Spielzeug, ist aber ein Waffenstillstand zwischen Asphalt und Eis: Nokians neuer Hakkapeliitta 01 schiebt bei minus 7 °C Stahlspikes aus der Lauffläche, zieht sie bei Plusgradegen wieder ein – und spart dabei 30 % Straßenverschleiß.
So funktioniert der doppelagent
Die „Double Action Stud“-Technologie steckt seit 2014 in Geheimprojekten des finnischen Erfinders des Winterreifens. Über ein Temperatur-gesteuertes Mikrogetriebe gleiten winzige Metallzacken aus Aluminium-Keramik-Verbund, sobald der Gummi hart wird. Bei mildem Wetter sinkt die Sohle, die Spikes klicken zurück – 1 dB leiser als bisher, verspricht Nokian. Das ergab Testläufe auf dem gefrorenen Bothnischen Meerbusen.
Der Clou: Die Spike-Einheiten sitzen in flexiblen Kammern, nicht starr im Gummi. So verhindert der Reifen das typische Nageln auf nasser Fahrbahn und reduziert gleichzeitig das Rollgeräusch, das viele Fahrer von Spikes abhält. Wer in Skandinavien oder dem Nordosten der USA unterwegs ist, spart laut Hersteller bis zu 0,2 Liter Sprit auf 100 km – bei voller Eis-Performance.
Marktstart und preise
Die Produktion läuft ab Sommer 2026 im Werk Nokia. Zuerst kommen 17- bis 21-Zoll-Größen für SUV und Mittelklassewagen, Preise nennt Nokian noch nicht. Klar ist: Die ersten 50 000 Sätze sind für Schweden, Norwegen, Kanada und die US-Bundesstaaten Minnesota, Maine sowie Michigan reserviert. Europa muss warten – oder nach Norden fahren.
Der Hakkapeliitta 01 wird nicht nur Winterreifengeschichte umschreiben. Er macht das ewige Dilemma „Spikes oder nicht“ obsolet – und beschert Städten weniger Strassenfraß. Wenn das kein Grund ist, schon mal den Kalender auf 2026 zu markieren.
