Noebels verabschiedet sich mit titel – eisbären droht doppel-abgang

Marcel Noebels trägt künftig nicht mehr das Trikot der Eisbären Berlin. Nach 12 Jahren, fünf Meisterschaften und 647 DEL-Einsätzen verlässt der 34-Jährige den Rekordmeister – und nimmt womöglich Serge Aubin mit.

„Ich würde es wieder so machen“

Der emotionalste Moment der Finalserie war kein Tor, kein Check, kein Pfiff. Es war ein Satz, den Noebels nach dem 4:1 in Mannheim in die Kameras sagte: „Für mich war klar, dass das letzte Spiel kommt.“ Der gebürtige Berliner hatte sich Ende März entschieden, dass er nach Köln wechselt. Die Kölner Haie haben offiziell noch nichts bestätigt, aber intern gilt der Transfer als fix. Kein Geldregen, keine Eklat – nur die Erkenntnis, dass sich eine Tür schließt und eine neue öffnet.

Die Eisbären selbst schwiegen bislang. Kein Pressestatement, kein Social-Media-Dank. Stattdessen feierten die Spieler bis 5:15 Uhr in der Berliner U-Bahnstation „Stadtmitte“, während Sportdirektor Stéphane Richer nur dies sagte: „Jetzt feiern wir erst mal.“

Aubin könnte nach bern abwandern

Aubin könnte nach bern abwandern

Doch die Party ist noch nicht vorbei, da droht der nächste Rückschlag. Wie schweizerische Medien übereinstimmend berichten, buhlt der SC Bern um Serge Aubin. Der 51-jährige Kanadier besitzt in Berlin einen Vertrag bis 2028, doch ein Ausstiegsklausel soll ihm erlauben, nach der Saison zu gehen. Bern sucht einen Nachfolger für Hans Kossmann, der den Club nach einer enttäuschenden Saison verlassen muss.

Aubin kennt die Schweiz. Als Spieler lief er für Genève-Servette und Fribourg-Gottéron auf, als Trainer wurde er 2019 bei den ZSC Lions entlassen. Die Berliner Geschäftsführung will die Gerichte weder dementieren noch bestätigen. „Wir reden nach dem Fest“, wiederholte Richer.

Was bleibt, ist ein kader mit lücken

Was bleibt, ist ein kader mit lücken

Mit Noebels verliert Berlin nicht nur einen Topscorer (52 Punkte in der Saison), sondern auch den letzten Akteur, der noch aus der Ära Don Jackson stammt. Neben ihm stehen Zach Boychuk, Kai Wissmann und Mathias Niederberger noch unter Vertrag, doch die Frage nach der Identität der Mannschaft stellt sich neu. Wer übernimmt die Kabinenführung? Wer spricht die Schellen aus? Wer trägt das „C“ auf der Brust?

Noebels selbst will nun erst einmal mit Bundestrainer Harold Kreis telefonieren. Eine WM-Teilnahme in der Schweiz ist für ihn „kein Muss, aber eine Option“. Die Entscheidung fällt in den nächsten zehn Tagen. Dann wird er seine Schlittschuhe einpacken – und Berlin wird ein Stück Heimat los.