Njinmah schockt wolfsburg: wölfe jetzt im freien fall

Justin Njinmah schlägt zu, Mio Backhaus pariert wie ein Besessener – und plötzlich steht der VfL Wolfsburg mit dem Rücken zur Wand. Die 0:1-Heimpleite gegen Werder Bremen am 27. Spieltag lässt die Wölfe auf Platz 16 abrutschen, während die Bremer sich Luft im Abstiegskampf verschaffen.

Die entscheidenden szenen im volkswagen-stadion

68. Minute: Leonardo Bittencourt startet den Konter, Felix Agu legt quer, Njinmah zieht aus halbrechter Position ab. Die Kugel wird noch leicht abgefälscht, landet unhaltbar im Netz. Wolfsburgs Keeper Kamil Grabara ist machtlos, die Hecking-Elf geschockt. Bis dahin hatte sich das Spiel eigentlich nur um eine Frage gedreht: Wer bekommt den ersten Treffer – und was bedeutet er für die Psyche?

Die Antwort lieferte Njinmah. Die 80 Millionen Euro teure Wolfsburger Offensive um Jonas Wind und Omar Amoura war bis dahin ideenlos, die Passgenauigkeit im letzten Drittel lachhaft. Erikssens Hereingaben blieben ungefährlich, Lindströms Dribblings enden in Backhaus’ Handschuhen.

Wolfsburgs problem: viel ballbesitz, null durchschlagskraft

Wolfsburgs problem: viel ballbesitz, null durchschlagskraft

Statistik lügen selten: 63 Prozent Ballbesitz, aber nur zwei Torschüsse aufs Tor. Werder dagegen wartete, schaltete um und schlug eiskalt zu. Die Bremer Defensive um Marco Friedl stand kompakt, Mittelfeldmotor Romano Schmid grätschte jeden zweiten Ball weg. Die Taktik von Ole Werner funktionierte bis auf die letzte Minute.

In der Nachspielzeit setzte Moritz Jenz dem Debakel die Krone auf: Gelb-Rot wegen wiederholten Foulspiels. Der Innenverteidiger hatte schon vorher mit Gelb auf der Brust gespielt, jetzt muss Wolfsburg auch noch die nächsten Partien ohne ihn planen.

Was jetzt auf hecking zukommt

Was jetzt auf hecking zukommt

Trainer-Oldie Dieter Hecking wurde als Notlösung geholt, um den Abstieg zu verhindern. Drei Spiele, ein Punkt – die Bilanz spricht eine klare Sprache. Die Hecking-Ära droht, bevor sie richtig begann, zu enden. Am Samstag gastiert Wolfsburg bei Bayer Leverkusen, dem Spitzenreiter. Die Werkself hat 24 Punkte Vorsprung, die Wölfe 24 Sorgen.

Die Rechnung ist simpel: Bei vier Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz und nur noch acht Spielen wird die Luft dünn. Die Fans pfeifen, die Spielerkabine ist verunsichert, die Geschäftsführung schweigt. Njinmah hat nicht nur drei Punkte mit nach Bremen genommen – er hat Wolfsburg an den Rand der Krise gebracht.