Nissan droht mit sunderland-schließung wegen eu-gesetz

Das Werk in Sunderland steht auf der Kippe. Nissan hat die britische Regierung intern gewarnt: Sollte das neue EU-Gesetz namens Industrial Accelerator Act in seiner aktuellen Form in Kraft treten, könnte der japanische Hersteller gezwungen sein, seinen wichtigsten europäischen Produktionsstandort dicht zu machen. Eine Nachricht, die in der britischen Automobilindustrie wie ein Schlag in die Magengrube wirkt.

Was der industrial accelerator act wirklich bedeutet

Brüssel hat am 4. März 2025 ein Gesetzespaket vorgestellt, das die europäische Fertigungsindustrie stärken soll. Der Kern: Nur Fahrzeuge und Komponenten, die innerhalb der EU produziert werden, haben Anspruch auf öffentliche Fördermittel und Subventionen. Klingt technisch. Ist es aber nicht. Für das Vereinigte Königreich, das seit dem Brexit außerhalb der EU steht, bedeutet das schlicht: raus aus dem Fördersystem, raus aus dem Wettbewerb.

Bevor der Text Gesetzeskraft erlangt, muss er noch durch das Europäische Parlament und den Rat der EU. Das gibt der britischen Industrie ein Zeitfenster, um sich als strategischer Partner zu positionieren und eine Ausnahmeregelung zu erkämpfen. Ob das gelingt, ist alles andere als sicher.

Sunderland: 40 jahre, 11 millionen autos, 6.000 jobs

Sunderland: 40 jahre, 11 millionen autos, 6.000 jobs

Das Werk in Sunderland, im Nordosten Englands gelegen, ist kein gewöhnlicher Produktionsstandort. Seit seiner Eröffnung 1986 wurden dort über 11 Millionen Fahrzeuge gebaut, ein absoluter Rekord für die britische Automobilindustrie. Aktuell laufen dort die Nissan Qashqai, die Juke und die Leaf vom Band. Rund 6.000 Beschäftigte arbeiten auf einer Fläche von 360.000 Quadratmetern. Es ist schlicht der bedeutendste Automobilstandort der Insel.

Ob Nissans Warnung strategisches Kalkül ist, um Druck auf die Institutionen auszuüben, oder ob dahinter eine echte Standortentscheidung steckt, lässt sich von außen nicht mit Sicherheit sagen. Die Botschaft ist trotzdem klar und unmissverständlich angekommen.

Die britische autoindustrie schlägt alarm

Die britische autoindustrie schlägt alarm

Mike Hawes, Generaldirektor der Society of Motor Manufacturers and Traders, der mächtigsten Lobbyorganisation der britischen Automobilbranche, wurde deutlich: „Der IAA versetzt britische Hersteller in einen systemischen Wettbewerbsnachteil auf dem EU-Markt und könnte sogar das Handels- und Kooperationsabkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich verletzen, also das Brexit-Abkommen selbst.