Nils kretschmer spricht über dopingsperre: knieprobleme als auslöser

Ehemaliger handballer kretschmer räumt doping ein

Nils Kretschmer, der ehemalige Zweitliga-Handballspieler, hat sich erstmals ausführlich zu seiner mehrjährigen Dopingsperre geäußert. Im Mittelpunkt seiner Erklärung stehen chronische Knieprobleme, die ihn zu fragwürdigen Entscheidungen getrieben haben sollen. Die Sperre der Handball-Bundesliga (HBL) beträgt aktuell drei Jahre, ursprünglich waren es vier, wurden aber aufgrund seines frühzeitigen Geständnisses reduziert.

Arthrose im fortgeschrittenen stadium als begründung

Arthrose im fortgeschrittenen stadium als begründung

„Ich habe mir das nicht gespritzt, um irgendwie stärker zu sein oder um krass auszusehen. Das war nicht der Grund. Ich habe Arthrose vierten Grades in beiden Knien“, erklärte der 33-Jährige den „Lübecker Nachrichten“. Er betonte, dass er lediglich wieder schmerzfrei laufen wollte und dabei falsche Wege eingeschlagen hat. Die Beschaffung und Selbstverabreichung von Testosteron bezeichnet er als „Naivität und Verzweiflung“.

Wechsel zum tv großwallstadt und der dopingbefund

Wechsel zum tv großwallstadt und der dopingbefund

Kretschmer wechselte im Sommer 2024 von den Dresdnern zum TV Großwallstadt, obwohl seine Knie bereits schmerzten. Die Schmerzen wurden unerträglich, was ihn schließlich zu den illegalen Injektionen veranlasste. Ende September 2024 wurde bei einer Dopingkontrolle nach einem Zweitliga-Spiel ein „von der Norm abweichendes Analyseergebnis“ festgestellt. Dies führte zur anschließenden Sperre.

Reue und einsicht: „größter fehler meines lebens“

Der Rückraumspieler zeigt sich nun reumütig. „Solche Entscheidungen zu treffen, etwas Verbotenes zu tun, nur um des Spielens willen, dass man etwas nicht aufgeben will, was man liebt, ist und bleibt falsch. Es war der größte Fehler meines Lebens“, so Kretschmer. Er bedauert, nicht früher auf seinen Körper gehört und seine Karriere in Dresden beendet zu haben.

Aktuelle situation und zukunftspläne

Aktuell geht es Kretschmer besser. Er kann wieder Rad fahren, schwimmen und spazieren gehen. Sogar Handball hat er kürzlich in einem Freundschaftsspiel mit ehemaligen Kollegen gespielt. Eine Rückkehr in den Profi-Handball schließt er jedoch aus. „Höchstens aus Spaß werde ich nach meiner Sperre vielleicht nochmal spielen“, sagte er.

Die sperre im überblick

  • Sperre durch HBL: 3 Jahre (ursprünglich 4 Jahre)
  • Beginn der Sperre: März 2025
  • Grund: Verstoß gegen die Dopingbestimmungen (Testosteron)
  • Begründung durch Kretschmer: Arthrose in beiden Knien