Nigeria wirft dem schweizer shootingstar athekame die angel aus – sfv droht nächster abpfiff

Zachary Athekamesteht vor dem Seitentritt. Noch trägt er das Rot-weiss, doch die nigerianische Association kreist um den 21-Jährigen wie ein Geier über dem Nidwaldner Gipfel. Der Rechtsverteidiger kam erst im Sommer für zehn Millionen Euro von den Young Boys an die AC Milan, doch schon jetzt könnte ihm die Schweiz durch die Lappen rutschen.

Vater nigerianisch – athekame hält zweiten pass bereit

Die Personalie ist brisant: Der gebürtige Däne, in Genf aufgewachsen, besitzt über seinen Vater eine zusätzliche nigerianische Staatsangehörigkeit. Das erlaubt dem Verband in Lagos, offiziell ein Wechselgesuch einzureichen. SFM Football bestätigt, dass entsprechende Papiere beim Weltverband kursieren. Noch hat der Spieler nicht unterschrieben, aber das Schweizer Nachwuchskonzept bebt.

Bisher lief Athekame 15-mal für die U-21 der Eidgenossen auf, im Herbst 2025 folgte das A-Länderspiel-Debüt gegen Slowenien. Trainer Murat Yakin hatte ihn als Notlösung für die rechte Seite hochgezogen, weil Silvan Widmer verletzt fehlte. Die Idee: Athekame wird künftiges Bindeglied. Nun droht genau dieser Baustein wegzubrechen.

Sfv schon wieder talente verlieren – die liste wird länger

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Wechseln internationale Junioren ab, kostet das Imagepunkte – und bald echte Punkte in der Qualifikation. Mit Eman Kospo (Albanien) und Leon Avdullahu (Kosovo) musste der Verband zuletzt zwei Leistungsträger abgeben. Verliert er nun auch Athekame, wirft das Fragen auf: Bietet die Schweizer Fussballmentalität zu wenig Heimatgefühl?

Yakin sprach im September im Heimspiel-Talk von einem „sensiblen Thema“. Die Botschaft: Integration dauert, sei aber Pflicht. Zahlen liefern das Gegenargument: In den letzten fünf Jahren verloren die Schweizer sieben Junioren-Nationalspieler an Konkurrenzverbände. Der Trend zeigt nach oben.

Milan profitiert – basel oder bern stehen auf der verliererseite

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Für den Spieler selbst wäre ein Wechsel nach Afrika kein sportlicher Rückschritt. Nigeria besitzt eine wettbewerbsfähische AFCON-Mannschaft, WM-Teilnahmen sind realistisch. In der Schweiz dagegen ringt er mit Widmer, Leonidas Stergiou und Co. um jeden Startplatz. Die Entscheidung fällt zwischen Herz und Karriereplan.

AC Milan sitzt entspannt auf der Tribüne. Eg wer den Jungen zieht – der Klub behält einen international gefragten Akteur, dessen Marktwert steigt. Die Young Boys wiederum dürften ein vages Gefühl von Déjà-vu verspüren: Auch David von Ballmoos wechselte nach Bern, flog danach weiter – und die Berner erhielten keinen Cent Nachschlag.

Frist läuft – schweiz muss handeln oder verlieren

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Die Uhr tickt. FIFA-Regularien erlauben einen einzigen Wechsel zwischen Nationalverbänden – und das nur, wenn der Spieler noch vor seinem 22. Geburtstag offiziell die Option nutzt. Athekame wird im März 21. Ein halbes Jahr bleibt dem SFV, um ihn sportlich und emotional zu überzeugen. Danach droht der endgültige Abschied.

Die Verbandsspitze um Denis Fischer hat intern ein Retention-Programm aufgelegt: Mentoren, Sprachkurse, Familienreisen. Ob das reicht, wird sich zeigen. Der Verlust des Flügelblitzes wäre mehr als ein Papiertiger – er wäre ein Signal, dass die Schweizer Nati im Kampf um Identität eine weitere Runde verliert.

Die Fans von TSV Pelkum kennen die Realität: Wer nicht kämpft, verliert. Für Athekame steht die nächste Entscheidung an. Für den SFV steht vielleicht schon die letzte, diesen Jungstar zu halten.