Niemann dominiert open d’italia: record-runde und liv-debatte!
Torino – Joaquin Niemann hat das Open d’Italia mit einer atemberaubenden Leistung erobert. Der 27-jährige Chilene führt nach der zweiten Runde mit einem beeindruckenden Vorsprung von 15 Schlägen unter Par (!). Ein Start, der die etablierte Golfwelt in Verwirrung stürzt und gleichzeitig die Diskussion um die LIV-Tour neu anheizt.
Molinari: „er ist zwei spanische schritte voraus“
Edoardo Molinari, selbst ein gefeierter Golfer, zeigte sich sichtlich beeindruckt: „In diesem Feld ist er zwei spanische Schritte voraus, vielleicht nähert sich nur Patrik Reed ihm an.“ Niemanns Leistung ist schlichtweg herausragend. Nach einem holprigen Start bei der US Open, wo ein 11er im ersten Runde für Gesprächsstoff sorgte, scheint er in Torino in Topform zu sein. Sechs Birdies und ein Eagle in der zweiten Runde unterstreichen seine Dominanz.

Geheimnis und strategie: warum niemann so stark ist
Was steckt hinter Niemanns Erfolg? „In Wirklichkeit funktioniert mein gesamtes Spiel im Moment perfekt“, erklärt der Chilene. „Der Schwung ist gut, die Flugkurven stimmen – und auf einem Platz wie diesem ist es entscheidend, geradeaus zu spielen und das Fairway zu treffen. Wenn man dann mit den Wedges die richtigen Zahlen hat, kann man einen wirklich guten Score erzielen.“ Ein kleiner, aber verrückter Trick: Nach jedem Putt schnuppert Niemann an der Rasenfläche. Ein Tipp eines Freundes, den er offenbar für Glück hält.

Ayora und wallace: herausforderer im schatten des leaders
Hinter Niemann lauert Angel Ayora aus Spanien mit einem Rückstand von 13 Schlägen. Der junge Spanier zeigte ebenfalls eine beeindruckende Leistung, mit sieben Birdies und einem Eagle. Matt Wallace spielte mit einem neuen Platzrekord von 62 eine exzellente Runde und schob sich ins Rennen um die vorderen Plätze. Tom Vaillant und Eugenio Chacarra komplettieren das Trio der Top-Ten.
Molinari kämpft, molinari enttäuscht – und der cut
Für Edoardo Molinari, der gestern noch einen Rekord aufstellte, verlief der Tag schwieriger. „Vom Tee war es gut wie gestern, mit den Wedges gab es weniger Birdie-Chancen, weniger Putts versanken“, so Molinari. Francesco Molinari musste indes seinen Schläger packen. Der Cut bei -3 sorgte für einige Überraschungen, doch mit Lorenzo Scalise, Andrea Romano, Filippo Ponzano, Stefano Mazzoli und Matteo Cristoni konnten sich sieben italienische Golfer für das Wochenende qualifizieren.
Die Open d’Italia sind noch lange nicht entschieden. Der Platz bietet Möglichkeiten für große Ergebnisse, und die Spannung ist weiterhin hoch. Die Frage, die sich nun stellt, ist nicht, ob Niemann seinen Vorsprung halten kann, sondern wie die LIV-Debatte dieses Turnier beeinflussen wird. Denn Niemanns Wechsel zur umstrittenen Liga wirft einen langen Schatten auf das Turniergeschehen.
