Niederlagen gegen algerien: koemans oranje strauchelt vor dem wm-start

De Kuip verstummte am Mittwochabend. Die niederländische Nationalmannschaft, als einer der Top-Favoriten für die Weltmeisterschaft in Katar gehandelt, erlitt eine überraschende und bittere 0:1-Niederlage gegen Algerien. Ein Treffer von Hadj Moussa in der Schlussphase besiegelte das Unheil und warf einen Schatten auf die Vorbereitung des Teams von Ronald Koeman.

Zidane vereitelt niederländischen angriffswirbel

Zidane vereitelt niederländischen angriffswirbel

Das freundschaftliche Duell, das vor einer ausverkauften Kulisse stattfand, entwickelte sich zu einem Test für die Nerven. Die Niederlande, ohne den verletzten Denzel Dumfries, der in den letzten Stunden noch mit einem Wechsel zum Real Madrid in Verbindung gebracht wurde, präsentierten sich mit einem ungewöhnlichen Mittelfeld aus Frenkie de Jong, Gravenberch und Reijnders. Ein besonderes Augenmerk galt Summerville auf dem rechten Flügel – und der Youngster zahlte die Erwartungen zurück.

Nach einem frühen Lattenschuss von Malen zeigte Summerville sein volles Potenzial. Der Angreifer vom West Ham, dessen Leistung einen Verbleib in der Championship abwenden sollte, war der auffälligste Spieler der Elftal. Er entzog Aït-Nouri regelmäßig seine Dienste und bereitete zwei hochkarätige Torchancen vor, die jedoch – zunächst durch einen Abseits-Pfiff bei Reijnders und dann durch eine verfehlte Direktübergabe von Malen – vertan wurden. Die algerische Abwehr stand zwar mit den Linien zu weit auseinander, doch Luca Zidane im Tor hielt die Null fest. Der Schlussmann von Granada parierte viermal in herausragender Weise und bewies seine Klasse.

Koemans taktische Reaktion: Fünf Wechsel zur Pause

Die Partie war geprägt von einer gewissen Ungenauigkeit. Koeman, der kein unnötiges Verletzungsrisiko vor dem WM-Debüt gegen Japan eingehen wollte, vollzog zur Halbzeit fünf Wechsel. Ein Zug, der sich als wenig erfolgreich erwies, da Argelien durch Maza und Amoura weiterhin gefährlich blieb. Van Hecke, der neue Innenverteidiger von Brighton, musste sich bei zwei Aktionen gegen diese Angreifer besonders anstrengen.

Die zweite Hälfte verlief zwar ruhiger, doch die Erschöpfung machte sich bei beiden Teams bemerkbar. Die Intervallen wurden länger, und das Spielstempo nahm ab. Dann, fünf Minuten vor dem Ende, schlug Algerien zu. Hadj Moussa ließ Zidane mit einem eleganten Lupenball aus spitzem Winkel keine Chance und sorgte für den Siegtreffer der Wüstenfüchse. Die Niederlage wirft Fragen auf und zeigt, dass die Vorbereitung auf die WM noch nicht abgeschlossen ist. Die Mannschaft muss nun zeigen, dass sie aus dieser Enttäuschung die richtigen Lehren zieht und sich schnell wieder auf Kurs bringt.

Die Tatsache, dass ein Spieler, der in der algerischen Liga kaum Aufmerksamkeit erregt, den entscheidenden Treffer erzielt, ist ein deutliches Zeichen: Die Weltmeisterschaft verspricht Überraschungen. Die Niederländer müssen sich nun fragen, wie sie ihre Angriffskraft in Zukunft besser nutzen und die gegnerischen Defensiven knacken können. Denn im Weltfußball zählen nur Ergebnisse – und die gegen Algerien war alles andere als zufriedenstellend.