Neymar und vinícius: elber kritisiert brasilianische stars scharf!
Brasiliens WM-Hoffnungen scheinen getrübt. Nicht etwa durch die Auslosung, sondern durch die deutliche Kritik des ehemaligen Champions-League-Siegers Giovane Elber an zwei Superstars: Neymar und Vinícius Júnior. Im exklusiven Gespräch mit Sport BILD nimmt der 53-Jährige kein Blatt vor den Mund und stellt die Einsatzfähigkeit und Mentalität der beiden Offensivkräfte infrage. Ein Schlag ins Gesicht für die brasilianische Fußballnation vor dem Turnier in den USA, Kanada und Mexiko?
Die neymar-debatte: mehr marketing als fußball?
Die Nominierung von Neymar für die WM sorgte bereits für Diskussionen, und Elber macht hier weiter, wo andere innehalten. „Er ist mal ein Weltklasse-Fußballer gewesen, heute ist er nur noch eine Marketing-Maschine“, prangert der frühere Stürmer an. Der Wechsel zu Paris St-Germain 2017 sei ein „großer Fehler“ gewesen, die französische Liga sei sportlich zu schwach. Seit seinem Wechsel nach Saudi-Arabien sei es lediglich ein „bezahlter Urlaub“ für den Superstar.
Und weiter: „Aus meiner Sicht müssen die besten Spieler zur WM – und müssen auch fit sein.“ Die Entscheidung von Trainer Ancelotti, Pedro vom FC Chelsea vorzuziehen, hält Elber für unfair. Ein Seitenhieb, der die Frage aufwirft, ob Neymar überhaupt die nötige Form und Fitness mitbringt, um Brasilien zum sechsten WM-Titel zu führen.

Vinícius júnior: talent, aber zu viel theater
Auch Vinícius Júnior, der bei Real Madrid brilliert, muss sich die Kritik Elbers gefallen lassen. „Er macht viel zu viel Theater, sorgt außerhalb des Platzes für zu viele Schlagzeilen“, kritisiert der ehemalige Bayern-Stürmer. Er fordert den jungen Star auf, sich mehr auf den Fußball zu konzentrieren. Im Gegensatz zu Neymar sieht Elber bei Vinícius zumindest noch Potenzial, warnt aber davor, dass die Extratour auf dem Platz und das unnötige Aufbauschen von Situationen dem Team schaden könnten. Er wünscht sich einen Spieler wie Raphinha, der „gut spielt, nicht viel redet und kein Theater macht.“
Elber erinnert an seine eigene Zeit in der Nationalmannschaft, als die Konkurrenz um die Plätze ungleich härter war. Namen wie Romário, Bebeto, Ronaldo und Ronaldinho prägten das brasilianische Angriffsspiel. „Heute wäre es für mich viel einfacher gewesen“, gesteht er und verdeutlicht so den Qualitätsverlust im Vergleich zu früheren brasilianischen Teams.
Die 1:7-Niederlage 2014 gegen Deutschland ist für viele Brasilianer bis heute ein Trauma. Elber, der das Spiel im Stadion verfolgte, gestand, dass er damals mehr für Deutschland als für Brasilien gehofft hatte – ein Eingeständnis, das die tiefe Verwurzelung des ehemaligen Stürmers in Deutschland unterstreicht. Der Blick nach vorne ist jedoch klar: Brasilien muss sich gegen starke Gegner behaupten und beweisen, dass die Kritik an den Stars unbegründet ist. Die Zeichen stehen jedoch nicht auf einen triumphalen WM-Titelgewinn.
Fazit: Giovane Elbers deutliche Worte sind ein Weckruf für den brasilianischen Fußball. Ob sie die Spieler motivieren oder demotivieren, wird die WM zeigen. Doch eines ist klar: Brasiliens Weg zum sechsten Titel wird deutlich schwieriger sein, als viele gehofft hatten.
