Newey zerstört hoffnung: aston martin-honda kollabiert in melbourne

Die Boxengasse riecht nach verbranntem Gummi und verlorener Zeit. Adrian Newey stemmt sich gegen die Motorhome-Wand, sein Blick ist leer. „Ich bin machtlos“, sagt der Technik-Guru, und diese drei Worte hätten nicht hämischer klingen können. Sie fallen, nachdem Aston Martin beim Freitagstraining in Albert Park ein Desaster ablieferte: fünf Sekunden fehlen auf die Spitze, die Autos zittern wie Häuser im Orkan, und die Fahrer klagen über taube Hände.

Honda-vibrations-monster saugt team aus

Die Ursache steckt im neuen Honda-Triebwerk. Es erzeugt Resonanzen, die bis in die Handgelenke der Piloten krabbeln. „Das saugt alle Energie aus uns“, erklärt Newey. Honda arbeitet an Dämpfern, doch der Brite glaubt nicht an eine rasche Lösung. „Ich kann nicht sagen, wie schnell sie das schaffen. Das muss Priorität Nummer eins bleiben.“

Die Mechanik trägt Handschuhe, aber die Nerven liegen blank. Fernando Alonso schleicht durch die Garage, sein Gesicht eine Eisfläche. Zweimal Weltmeister, 42 Jahre alt, und jetzt fragt er sich offenbar, warum er überhaupt noch einsteigt. „Er hätte weit mehr Titel gewinnen müssen“, sagt Newey über den Spanier. „Er ist immer noch blitzschnell, aber mental steckt er in einem dunklen Loch.“

Lance Stroll wagt sich gar nicht erst aus dem Truck. Kanadier, Milliardärs-Sohn, 25 Rennen ohne Punkterang – und jetzt droht ihm das Qualifikations-Aus, weil die Rundenzeiten nicht für die 107-Prozent-Regel reichen. Die Stimmung im Lager: zwischen resigniert und wütend.

Ein team, das sich selbst verliert

Ein team, das sich selbst verliert

Donnerstag räumte Aston ein, dass die Vibrationen langfristig Nervenschäden verursachen könnten. Freitag standen sie in der Zeitenliste hinter sogar dem Williams-Rollfeldauto. Die Ingenieure tauschen Daten, aber jeder weiß: Solange der Motor rüttelt, bringt kein Flügelupdate Sekunden.

Newey, sonst der Mann für Millimeter-Genauigkeit, schlägt mit der Faust auf die Kapuze. „Wir können nicht einmal an die Aerodynamik denken, solange das Herzstück krankt.“ Die Saison ist einen Tag alt, und schon zählt Aston Martin die Wochen bis zur Sommerpause.

Der Große Preis von Australien startet Sonntag um 5.00 Uhr MEZ. Die Frage ist nicht, wer gewinnt, sondern ob Aston überhaupt die Startampel erblickt. Die Antwort lieferte Newey schon: „Keine schnelle Lösung in Sicht.“ Ein Satz, der wie ein Epitaph klingt – für ein Projekt, das gerade erst begann und schon scheitert.