Newey bei aston martin: steiner reißt die spreu vom weizen

Der Traum von Aston Martin, mit Adrian Newey den Anschluss an die Spitze der Formel 1 zu finden, könnte am eigenen Ehrgeiz scheitern. Während der gebürtige Brite zweifellos zur Riege der größten Konstrukteure gehört, wirft sein neuer Verantwortungsbereich im Team von Lawrence Stroll zunehmend Fragen auf – und eine unverschönte Analyse von Haas-Teamchef Günther Steiner.

Steiner: neweys aufstieg ist ein irrtum

Steiner: neweys aufstieg ist ein irrtum

Die Verpflichtung Neweys als Technikdirektor im Jahr 2025 sorgte für frenetischen Jubel. Doch die Entscheidung, ihn zusätzlich zum Teamchef zu ernennen, wurde von vielen – nun auch von Steiner – als strategischer Fehltritt gewertet. „Nein“, war Steiner’s eindeutige Antwort, als er gefragt wurde, ob Newey diese Rolle überhaupt bekleiden sollte. „Ich glaube, wenn man ihn heute fragen würde, würde er sagen: ‚Ich weiß nicht, warum ich das getan habe.‘“

Steiner’s Kritik richtet sich nicht gegen Neweys Talent, sondern gegen die Art und Weise, wie Aston Martin versucht, Erfolg zu erzwingen. „Ich weiß nicht, wie es dazu kam, ob er wirklich Teamchef werden wollte oder nicht, aber es ist klar, dass das nicht zu seinen Stärken gehört“, so der Italiener. Das Management einer Rennställen, die Balance zwischen Ingenieuren, Fahrern und dem politischen Gefüge der Formel 1 zu finden, ist eine Kunst für sich – und unterscheidet sich grundlegend von der Entwicklung eines schnellen Autos.

Neweys Aufstieg: Mehr Pflicht als Wunsch? Die Ernennung zum Teamchef kam für viele Experten überraschend. Steiner vermutet, dass Newey sich dem Druck von Aston Martin beugte, ohne wirklich zu überlegen, welche Konsequenzen dies haben würde. „Es war eher so ein ‚Warum nicht?‘“, mutmaßt er. „Ich glaube, das war eine dieser Entscheidungen, bei denen man einfach sagt: ‚Ich muss Teamchef sein‘, ohne wirklich zu wissen, was das bedeutet.“

Die aktuelle Situation bei Aston Martin, trotz der ambitionierten Partnerschaft mit Honda, deutet darauf hin, dass Steiner’s Einschätzung Gewicht hat. Das Auto findet bisher nicht die erwartete Wettbewerbsfähigkeit. „Er ist hervorragend darin, Autos zu entwerfen. Na gut, der Aston Martin ist im Moment vielleicht noch nicht so, aber das wird er schon hinkriegen“, kommentiert Steiner mit einem Augenzwinkern.

Die Warnung des erfahrenen Teamchefs ist eindeutig: „Man muss die Leute dort einsetzen, wo ihre Stärken liegen, und sie nicht überfordern.“ Neweys Experiment im britischen Rennstall scheint, zumindest vorerst, Steiner recht zu geben. Ob der Aerodynamik-Genie die Last der Verantwortung tragen kann, wird die Saison zeigen – und vielleicht ein Umdenken bei Aston Martin provozieren.