Newcastle spielt sich selbst die millionen zu: st.-james’-park-deal zündelt am ffp

Newcastle United hat den St.-James’-Park nicht nur einmal umgetaucht, sondern jetzt auch ausgegliedert – und das Stadion wieder zurückgemietet. Klingt absurd? Genau das ist der Plan. Der Klub bucht plötzlich höhere Einnahmen, weil seine eigene Arena ihm Miete zahlt. Die Rechnung kommt aus Riad und könnte den nächsten Transfer-Sommer in England komplett umkrempeln.

Der Trick steckt im Detail: Eine Gesellschaft innerhalb des saudi-arabischen Public Investment Fund (PIF) kaufte das Stadion und least es dem Klub für 30 Jahre. Dadurch fließt jährlich eine zweistellige Millionensumme in die Newcastle-Einnahmeseite – Geld, das vorher nicht existierte. Für die Financial-Fairplay-Prüfer zählt nur, was auf dem Papier hereinkommt. Ob die Kohle aus der linken Tasche in die rechte wandert, interessiert die Excel-Tabelle nicht.

Der precedent: derby county wurde nachträglich degradiert

Der precedent: derby county wurde nachträglich degradiert

Die Engländer erinnern sich an Derby 2018. Pride Park wechselte damals für 81 Millionen Pfund den Besitzer, die EFL stufte den Deal später als illegale Bilanzkosmetik ein und zog den Klub am Ende zwölf Zähler ab. Newcastle hat sich juristisch absichern lassen, doch die Regulierer von Premier-League und UEFA schauen jetzt genauer hin. Die erste Prüfung läuft bereits, ein Sanktionsverfahren liegt auf dem Tisch.

Für Nick Woltemade, Stürmer-Hoffnung der deutschen U-21, ändert sich kurzfristig wenig. Er will Spielzeit, nicht Bilanztheater. Doch wenn der Klub plötzlich Spielraum für 150 Millionen Pfund zusätzlich hat, steigt auch seine Chance, Stammspieler zu werden. Die Frage ist nur: Wie lange hält die Konstruktion, bevor die Liga die Schraube anzieht?

Die Antwort kommt im Sommer. Dann veröffentlicht die Premier League die neuen FFP-Listen – und entscheidet, ob Newcastle wieder Champions-League-Träume darf oder mit einem Punktabzug erwacht. Bis dahin feiert die Geschäftsführung intern ein trostloses Jubiläum: Zum ersten Mal in der Geschichte des Vereins ist das eigene Stadion ein Fremdkörper. Ein paar Meter entfernt steht ein Fan-Spruch an der Wand: „We are the city.“ Bald könnte er heißen: „We are the tenant.“