Neuer-dilemma: nagelsmann verschiebt wm-entscheidung
Herzogenaurach – Die Fußballwelt hält den Atem an: Manuel Neuer, die deutsche Torwart-Legende, steht vor dem Start der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko – doch sein Einsatz ist alles andere als sicher. Bundestrainer Julian Nagelsmann hat auf einer Pressekonferenz in Herzogenaurach ein klares Signal gesendet: Der Rückkehrer wird gegen Finnland noch nicht spielen.

Ein verletzter weltmeister – wie geht es weiter?
Die Situation ist delikat. Neuer, der im DFB-Pokalfinale gegen Stuttgart wegen eines Muskelfaserrisses in der linken Wade fehlte, wurde von Nagelsmann als Nummer eins zurückgeholt. Eine Position, die er mehr als verdient hat, aber die Verletzung wirft einen langen Schatten. „Wir haben im Trainerteam entschieden, dass er am Sonntag noch nicht spielen wird“, erklärte Nagelsmann. „Wir werden noch Ruhe dran lassen. Das war unsere Entscheidung.“ Der Bundestrainer betonte, dass er einen Weitblick habe und die Gesundheit seines Spielers über alles stelle.
Oliver Baumann, der erfahrene Keeper von Hoffenheim, wird stattdessen im Tor stehen. „Oli wird es gut machen, wird ein gutes Spiel machen“, zeigte sich Nagelsmann überzeugt. Die Frage, ob Neuer rechtzeitig fit wird für das Eröffnungsspiel gegen die USA, bleibt jedoch offen. „Eine kleine Erhärtung birgt immer ein kleines Restrisiko“, so Nagelsmann, „aber es gibt keinen Grund zur Sorge.“
Rudi Völler, der Sportdirektor des DFB, sprang in die Defensive. „Man kann es nicht allen recht machen“, kommentierte er die kontroverse Entscheidung, Neuer zurückzuholen und gleichzeitig Baumann als Nummer zwei zu nominieren. Er wies darauf hin, dass Nagelsmann sich der medialen Aufmerksamkeit bewusst sei und sich trotzdem den Fragen stelle, auch wenn die Kommunikation nicht immer reibungslos verläuft.
Die Rückkehr von Neuer in den DFB-Kader wird von Nagelsmann als Bereicherung gesehen. „Manu kennt ja alle, er kennt das Trainerteam, er kennt alle Spieler. Er ist kein Neuling, sondern ein Rückkehrer. Mit Manu sind wir besser als ohne Manu.“ Ein klares Bekenntnis zum deutschen Weltmeister von 2014, auch wenn der Weg zur WM-Bühne noch einige Hürden birgt.
Das Abschlusstraining am Donnerstag wird zeigen, wie weit Neuer im Rehabilitationsprozess fortgeschritten ist. Bis dahin bleibt die Ungewissheit bestehen – ein Nervenspiel für Fans und Verantwortliche gleichermaßen. Die WM in Nordamerika steht vor der Tür, und die deutsche Nationalmannschaft muss sich auf alles einstellen. Ein Einsatz von Manuel Neuer ist zwar nicht ausgeschlossen, aber auch kein Selbstläufer.
