Neuer-comeback: schult warnt vor zu viel erwartungshaltung

Ein Schatten über dem Rückkehrer: Nur wenige Wochen vor der Weltmeisterschaft in Nordamerika äußert die ehemalige Nationaltorhüterin Almuth Schult deutliche Zweifel am bevorstehenden Comeback von Manuel Neuer. Die geballte Erfahrung der Rio-Olympiasiegerin wirft einen kritischen Blick auf die aktuelle Form des Routiniers und mahnt zur realistischen Einschätzung.

Die leistungsschwankungen des rekordnationalspielers

Die leistungsschwankungen des rekordnationalspielers

Schult, die selbst jahrelang das deutsche Tor hütete, betonte im RND-Interview, dass Neuer in den vergangenen Turnieren selten den entscheidenden Unterschied ausmachen konnte. „Er ist und bleibt ein Weltklasse-Torwart, wenn er in Topform ist“, räumte sie ein, „aber die diesjährige Saison hat gezeigt, dass seine Leistungen nicht immer konstant auf höchstem Niveau sind.“ Die Frage ist: reicht es für die WM, oder wird der 40-Jährige erneut nicht in der Lage sein, die Mannschaft in brenzligen Situationen zu retten?

Bundestrainer Julian Nagelsmann hat Neuer überraschend zurück in den Kader berufen und Oliver Baumann damit auf die Bank verdrängt. Ein Schritt, der nun von Schult kritisch hinterfragt wird. „Von den ersten Spielen würde ich nichts überstürzen“, so die ehemalige Torwart-Kollegin. „Auch wenn ihm mal ein Fehler unterläuft – das darf passieren – entscheidend ist, ob Neuer die Deutschen am Ende tatsächlich in die nächste Runde schiebt.“

Die Wadenverletzung Neurers sorgte zudem für verpasste Länderspiele gegen Finnland und die USA, doch er soll nun ins Mannschaftstraining zurückkehren und voraussichtlich am 14. Juni gegen Curacao im Tor stehen. Ob er dort dann seine Glanzzeiten wieder aufleben lässt, bleibt abzuwarten. Die Konkurrenz schläft nicht, und die Erwartungen an den Rekordnationalspieler sind enorm.

Schults Einschätzung ist ein Weckruf für den DFB und Nagelsmann. Die Verpflichtung eines Torwarts von Neurers Statur ist ein Risiko, das sich nur auszahlt, wenn er seine A-Leistung abrufen kann. Ansonsten droht eine Enttäuschung, die über den Schatten eines möglichen sportlichen Erfolgs gelegt werden könnte. Denn die Wahrheit ist hart: Ein Neuer, der nicht mehr zu alter Stärke findet, kann ein entscheidender Nachteil sein.