Neuer-comeback: maier schimpft – „eine ohrfeige für baumann“!

Die Torwart-Debatte im DFB-Kasten ist endlich beendet: Manuel Neuer kehrt als Nummer eins zurück. Doch die Entscheidung von Bundestrainer Julian Nagelsmann sorgt für heftige Kritik von Torwart-Legende Sepp Maier, der im exklusiven Sport1-Interview kein Blatt vor den Mund nimmt und die Auswirkungen auf das Team und die Hierarchie scharf analysiert. Die Frage ist: War die ganze Aufregung wirklich nötig?

Baumanns enttäuschung: ein verdienter rückschlag?

Für Oliver Baumann fühlt sich die Entscheidung wie eine „Ohrfeige“ an, wie Maier es treffend formuliert. Sportlich nachvollziehbar mag Neuers Rückkehr sein – er ist schließlich immer noch einer der weltbesten Torhüter, wenn er fit ist. Doch Maier lässt wenig Zweifel daran, dass das ständige Hin- und Her der letzten Wochen unnötig war. „Erst wirkt es so, als wäre Baumann die klare Nummer eins, und plötzlich dreht sich wieder alles. Das ist doch keine saubere Linie!“, kritisiert der Ex-Keeper. Die Leistung in der Qualifikation war zwar stark, aber Neuer ist Neuer – ein Spieler, der Titel gewonnen und das Torwartspiel revolutioniert hat.

Nagelsmann im visier: zu viel politik, zu wenig klarheit

Nagelsmann im visier: zu viel politik, zu wenig klarheit

Die Kritik an Nagelsmann wird noch schärfer. Maier wirft dem Bundestrainer vor, die Torwartfrage unnötig verkompliziert zu haben. „Wenn der Nagelsmann am Ende sowieso wieder auf Neuer setzt – warum macht man dann wochenlang dieses Theater?“, fragt er rhetorisch. Sein Auftritt im „Aktuellen Sportstudio“ sei ihm zu viel „Drumherum“ gewesen, zu wenig klare Ansagen. Stattdessen habe er eher alle ein bisschen hinhalten wollen, anstatt offen zu sein. Ein Bundestrainer sollte doch längst wissen, wie sein Kader aussieht – gerade vor einer WM!

Die Spieler haben das mitbekommen, da ist Maier sich sicher. Vertrauen ist in einer Nationalmannschaft entscheidend, und ständiges Hin- und Her erzeugt nur Unruhe. Ein Baumann, der alles mitmachen soll, während der Trainer intern wahrscheinlich längst entschieden hat – das ist eine bittere Pille.

„Der manu hat eine aura“: neuers unbestrittene klasse

„Der manu hat eine aura“: neuers unbestrittene klasse

Trotz allem räumt Maier ein, dass Neuer etwas besitzt, das Baumann fehlt: eine Aura. „Bei Manuel spürt doch jeder Gegner sofort: Heute wird’s unangenehm.“ Er strahlt etwas aus, das Gegner einschüchtert und die eigene Mannschaft beflügelt. Und während die jungen Torhüter vielleicht Druck machen sollen, geht es bei einer WM darum, zu gewinnen – und dafür braucht man die stärksten Spieler. Ein Neuer bei 80 Prozent Präsenz ist für viele Gegner immer noch schlimmer als andere mit 100 Prozent.

Lothar Matthäus’ Kritik an der späten Kader-Bekanntgabe teilt Maier. Ein Traum, der platzt, kann einen Spieler natürlich emotional treffen. Aber ein Profi muss damit umgehen können.

Am Ende ist es, wie es im Fußball oft ist: Der Bundestrainer stellt die Besten auf. Und wenn Neuer fit und in Form ist, dann gibt es nichts zu diskutieren. Es ist, wie es ist. Die Entscheidung ist gefallen, und nun heißt es: Volle Konzentration auf die WM. Die Frage ist nicht, ob es fair war, sondern ob es die besten Chancen auf den Titel bietet. Und dafür müssen alle an einem Strang ziehen – auch Baumann, der seinen Teil zum Erfolg beigetragen hat.