Neuer-comeback: kompany schürt die debatte um die dfb-torwartfrage
München – Die Nachricht sorgte für Gesprächsstoff: Manuel Neuer verlängert seinen Vertrag beim FC Bayern. Doch damit nicht genug. Eine mögliche Rückkehr des Rekordkeepers in die deutsche Nationalmannschaft rückt in den Fokus – und Vincent Kompany hat die Diskussion mit einer diplomatischen, aber dennoch brisanten Äußerung neu entfacht.

Nagelsmann im fokus, neuer im rampenlicht
Als der Bayern-Trainer am Freitag auf die Frage nach Neuers möglichen Ambitionen im DFB-Team angesprochen wurde, betonte er zunächst seine Wertschätzung für Bundestrainer Julian Nagelsmann. „Ich habe immer meinen Kollegen Julian Nagelsmann in Gedanken. Er hat den vollen Druck, diesen Kader zu nominieren. Ich würde ihm die Ruhe geben, ohne dass ich da meine Meinung abgebe.“ Eine elegante Ausrede, um sich rauszureden – oder ein Zeichen des Respekts gegenüber dem Bundestrainer?
Der FC Bayern ist deutscher Meister – und wir haben den besten deutschen Torwart“, konterte Kompany jedoch und fügte der Debatte damit eine unerwartete Wendung hinzu. Eine klare Ansage, die impliziert, dass Neuer, selbst mit 40 Jahren, noch in der Lage ist, bei einer Weltmeisterschaft Höchstleistungen zu erbringen. Die Freude in der Säbener Straße ist groß – nicht nur wegen der Vertragsverlängerung, sondern auch, weil die Diskussion um Neuers Status die Arbeit von Nagelsmann zusätzlich kompliziert.
Lo que nadie cuenta ist die subtile Genugtuung, die einige Bayern-Bosse empfinden. Der Gedanke, dass Nagelsmann, einst als Kommentator für die Münchner kritisiert, nun vor der schwierigen Entscheidung steht, ob er Neuer wieder in den Kader berufen soll, scheint ihnen eine gewisse Befriedigung zu verschaffen. Ehrenpräsident Uli Hoeneß, dessen öffentliche Kritik an Nagelsmann in den letzten Wochen zugenommen hat, dürfte diese Situation mit amüsiert zur Kenntnis nehmen.
Die Torwartfrage wird in Deutschland ohnehin immer wieder hitzig diskutiert. Entweder wird Nagelsmann dafür kritisiert, dass er den zuverlässigen Oliver Baumann übergangen hat, oder er wird dafür angegriffen, dass er sich nicht eingestehen kann, dass Neuer immer noch die Nummer eins ist. Eine lose-lose-Situation für den Bundestrainer.
Während Nagelsmann sich weiterhin von Expertenmeinungen distanzieren muss, kann sich Neuer entspannt zurücklehnen und die Rufe nach ihm genießen. Sollte er tatsächlich nicht in die Nationalmannschaft zurückkehren, kann er auf seine zahlreichen Dementis in den vergangenen Wochen verweisen und sich stattdessen einen wohlverdienten Urlaub gönnen. Die Situation ist ironisch: Der Mann, der so lange als unantastbar galt, ist nun der, der sich zurücklehnen und die Ereignisse beobachten kann.
Die Entscheidung liegt bei Nagelsmann. Doch die Zeichen stehen gut, dass die Diskussion um Manuel Neuer noch lange nicht abgeschlossen ist. Denn eines ist klar: Ein Torwart von Neuers Kaliber prägt nicht nur das Spiel, sondern auch die Gemüter.
