Neuer lässt real madrid verzweifeln – 40-jähriger zaubert bayern-sieg herbei

Manuel Neuer lachte, als hätte er gerade nur ein kleines Schälchen Joghurt verteidigt. „Eine Frechheit!“, sagte er ins Mikro von Prime Video, nachdem Kylian Mbappé ihn doch noch überlistet hatte. Der Rest der Nacht gehörte ihm. 40 Jahre jung, 90 Minuten lang der beste Mann auf dem Rasen des Santiago Bernabéu – und der Grund, warum der FC Bayern München das Champions-League-Viertelfinal-Hinspiel gegen Real Madrid mit 2:1 gewann.

Neun paraden, ein albtraum für vinicius & co.

Die Statistik verrät nur die Hälfte: Neuer hielt neunmal, zweimal mit den Fingerspitzen, einmal mit dem linken Knie. Was die Zahlen nicht erzählen, ist die Ruhe, mit der er Vinicius Junior in der 61. Minute in den Wahnsinn trieb. Upamecano köpfte einen langen Ball unmittelbar in den Lauf des Brasilianers. Vinicius nahm den Ball mit, Neuer kam raus, blieb auf den Fersen, ließ keine Ecke frei. Vinicius schoss Nebenanschluss, der Ball landete im Toraus. Drei Sekunden, die zeigen, warum moderne Torwart-Spielerei mehr ist als nur Reflexe.

Die FCB-Granden wissen, was sie an ihm haben. „Bravourös“, sagte Sportvorstand Max Eberl. Aleksandar Pavlovic schüttelte nur den Kopf: „Was der heute wieder abgeliefert hat, ist Wahnsinn.“ Es ist die Art von Wahnsinn, die Bayern seit 2011 an Neuer gewöhnt ist – nur dass sie diesmal mit 40 Jahren kommt und gegen das teuerste Sturm-Trio Europas.

Ein gegentor als kompliment

Ein gegentor als kompliment

Das einzige Mal, als Neuer wirklich geschlagen war, war Mbappés Schuss aus fünf Metern. Selbst da reagierte er noch, streckte sich, berührte den Ball – aber die Wucht war zu groß. Die Latte half nicht mehr. Neuer nahm es mit Humor, der Rest des Abends nahm ihn mit auf Schultern. Die Bayern enden eine Negativserie von neun Pflichtspielen ohne Sieg gegen Real Madrid. Für die Rückkehr ins Allianz Arena haben sie nun die Weichen gestellt – und einen Torhüter, der die Uhr einfach zurückdreht.

Ob er nächste Saison weitermacht, ließ Neuer offen. „Es macht mir Spaß“, sagte er, als reiche das als Antwort. Für Bayern wäre es klug, ihn noch ein Jahr länger zu bitten. Denn selbst der designierte Nachfolger Jonas Urbig kann momentan nicht das bieten, was Neuer gegen Real Madrid ausstrahlte: Präsenz, Erfahrung, eine Aura, die selbst Vinicius für Sekunden zögern lässt. Die ChampionsLeague ist sein Terrain. Und er spielt sie, als wäre 40 das neue 30.