Neuer feiert 40 und pariert vinicius und mbappé – jetzt droht dfb-dilemma
40 Jahre, zwei Knochenbrüche im Rückstand, 90 Minuten gegen die schnellsten Dribbler der Welt – und trotzdem war Manuel Neuer der Unbestechliche im Bernabéu. Die Arme weit, die Faust fest, der Schrei galt dem Madrider Nachthimmel: Mit zwei Reflexen der Extraklasse gegen Vinicius (61.) und Mbappé (66.) schob er den FC Bayern zur 2:1-Auswärtsführung im Champions-League-Viertelfinale.
Neuer selbst fordert mehr – und liefert die zahlen
»Schade, dass wir es nicht auf 3:0 gemacht haben«, sagte der Kapitän, während sich die Statistik neben ihm räusperte: 1,94 erwartete Tore gegen Bayern, laut xG-Modell – ohne Neuer wäre die K.o.-Phase schon gelaufen. »Vinicius und Mbappé gehören zur Speerspitze des Weltfußballs, gegen sie steht man oft auf verlorenem Posten.« Dabei sprach er aus Erfahrung: 2018 hatte er gegen denselben Gegner mit 40 Jahren weniger auf dem Buckel, aber dieselbe Kälte.
Die Frage, die ihn seit Monaten verfolgt, blieb unbeantwortet: Wie lange noch? Vertrag läuft 2025 aus, keine Einigung, kein Zeitplan. »Ich habe Spaß mit dieser Truppe, deshalb bin ich noch da«, sagte er – und ließ offen, ob der Spaß auch im Sommer reicht.

Hansi flick schaut nach madrid, nicht nach mönchengladbach
Im DFB-Lager tickt parallel die Uhr. Bundestrainer Hansi Flick plant sein WM-Kader für 2026, ohne verlässliche Nummer eins. Marc-André ter Stegen patzte in Barcelona, Oliver Baumann fehlt das Top-Level, Alexander Nübel steht in Stuttgart vor der Entscheidung. Neuer? Laut Verband spricht nichts gegen eine Nominierung, wenn er spielt – aber eben auch nichts für eine, wenn er pausiert.
Die Rechnung ist simpel: Wenn Neuer im Mai die Champions League holt, ist der Druck auf Flick maximal. Läuft er nicht, droht ein Machtvakuum zwischen den Pfosten. Die Bayern-Führung um Max Eberl will den Altersrekord-Torhüter nicht wegdrängen, aber auch nicht halten um jeden Preis. »Wir werden gemeinsam entscheiden, was für Manu und den Klub passt«, sagte Eberl – diplomatisch, aber ohne Garantie.
Die Antwort bekommt Madrid in einer Woche. Die Nation fiebert bis Sommer. Und Neuer? Er packt die Handschuhe ein, ohne zu wissen, ob es die letzten sind. Die Zahlen jedenfalls sprechen klar: Drei parierte Big Chances, 86 % Passquote, null technische Fehler – und ein Eindruck, der nicht altert.
