Neuer: ein comeback für die deutsche nationalmannschaft?

Manuel Neuer, gerade erst 40 geworden, hat im Champions-League-Viertelfinale gegen Real Madrid eine Leistung gezeigt, die die Fußballwelt überrascht hat. Der Routinier bewies, dass er trotz seines Alters immer noch zu Höchstleistungen fähig ist – und schürt damit die Debatte um eine mögliche Rückkehr in die deutsche Nationalmannschaft.

Ein abend, der bedenken zerstreut

Nur wenige hätten erwartet, dass Neuer nach einer Saison mit durchwachsener Leistung und einem im internationalen Vergleich schwachen Rückhaltsprozent von 58,7 % in 17 Spielen eine solch überzeugende Vorstellung abliefern würde. Seine neun Paraden im Bernabéu – so viele wie seit 592 Einsätzen für den FC Bayern nicht mehr – sicherten dem Schlussmann die Auszeichnung zum Mann des Spiels. Antonio Rüdiger, sein deutscher Nationalkollege, lobte Neuer überschwänglich, während Andriy Lunin, der Real-Torwart, das Lob ironisch in eine Frage verwandelte: „Wenn Neuer als bester Spieler gewählt wird, bedeutet das, dass wir viel angreifen.“

Neuer selbst wirkte sichtlich zufrieden. „Mir macht es Spaß mit dem Team, im Verein und mit dem Trainerstab“, sagte er. „Es ist richtig, dass ich 40 bin, aber ich bin noch hier.“ Diese Worte sind nicht nur ein Ausdruck seiner Zufriedenheit, sondern auch eine Botschaft an alle Kritiker, die sein Alter als Nachteil anrechnen.

Vincent Kompany, der Trainer von Bayer 04 Leverkusen, brachte die Sache auf den Punkt. „Manu macht das schon lange sehr gut, und so mit 40 Jahren zu spielen, ist etwas, was nur wenige Torhüter schaffen. Man wird sich schon in Schwierigkeiten mit Leuten wie Thibaut Courtois befinden, den ich auch sehr schätze. Jeder kann sich entscheiden, aber Manu leistet seit einer gefühlten Ewigkeit hervorragende Arbeit.“

Die wm-debatte entfacht

Die wm-debatte entfacht

Die außergewöhnliche Leistung gegen Real hat die Diskussion um eine mögliche Rückkehr Neuers in die deutsche Nationalmannschaft neu entfacht. Obwohl er im August 2024 seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft verkündete, scheinen viele Experten und Fans eine Ausnahme zu befürworten. Aleksandr Pavlovic, ein weiterer Bayern-Spieler, zeigte sich begeistert: „Natürlich würde er es freuen, Manu im WM-Kader zu haben. Ich würde ihm niemals sagen, dass er nicht dabei sein soll, egal wie alt er ist. Er ist immer noch ein außergewöhnlicher Torwart.“

Lothar Matthäus, der ehemalige Kapitän des FC Bayern, schürte die Hoffnungen weiter: „Diese Version von Neuer ist weltklasse und gehört in die Nationalmannschaft. Ich hoffe, dass Julian Nagelsmann das Spiel gesehen hat. Ich würde mir wünschen, Neuer jetzt bei der WM zu sehen… aber ich weiß auch, dass das nicht passieren wird. Nagelsmann wird diese Tür nicht öffnen.“

Doch das Feuer ist entfacht, und ehemalige Nationalspieler wie Benedikt Höwedes und Jan Age Fjörtoft heizen es weiter an. „Die besten Spieler müssen zur WM, und Manu ist zweifellos der beste Torwart der Welt“, betonte Höwedes. Fjörtoft stimmte zu: „Welches Land der Welt verzichtet auf seinen besten Torwart? Wenn Nagelsmann ihn ruft und ihm sagt, dass er der Nummer eins sein wird, dann geht Neuer und spielt. Das wissen wir alle.“

Die Frage ist nicht, ob Neuer spielen kann, sondern ob Nagelsmann den Mut hat, sich gegen den Strom zu stellen und auf die Erfahrung und Klasse eines Weltklassespielers zu setzen. Die Fans sind gespannt, die Medien diskutieren, und Neuer selbst scheint bereit zu sein, das nächste Kapitel seiner Karriere zu schreiben. Die Entscheidung liegt nun bei Julian Nagelsmann, und seine Wahl wird nicht nur die deutsche Nationalmannschaft, sondern auch die Welt des Fußballs beeinflussen.

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