Nerlinger schlägt zurück: sammer-kritik an beratern als 'trump-rhetorik'
Der ehemalige Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger hat scharf auf die Attacken von Matthias Sammer gegen Spielerberater reagiert. Seine Antwort lässt aufhorchen: Er sieht in Sammers Forderung nach einer Abschaffung der Berater eine übertriebene und wenig zielführende Geste.
Die sammer-these: berater sind 'unnötig' und machen 'zu viel geld'
Die Debatte um die Rolle von Spielerberatern im Fußball flammt immer wieder auf, insbesondere wenn es um teure Transfers geht. Sammer hatte im Sky-Gespräch unmissverständlich klargestellt, dass er die Berufsständ an sich abschaffen würde. Seine Begründung: Sie würden unverhältnismäßig hohe Summen einstreichen und seien letztlich überflüssig. Ein starkes Statement, das nun von Nerlinger kommentiert wird.
Nerlinger, der heute die Beratungsagentur CN Sports leitet, hält Sammers Wortwahl für unangemessen. „Einen Berufsstand komplett abschaffen zu wollen, ist schon etwas extrem“, so Nerlinger im kicker-Interview. Er vergleicht die Äußerungen des Ex-Bayern-Stars mit der Rhetorik des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump – eine deutliche Ansage.

Hoeneß und rummenigge finden gehör bei nerlinger
Während Nerlinger Sammers Ausführungen kritisch sieht, zeigt er Verständnis für die Bedenken, die von den ehemaligen Bayern-Bossen Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß geäußert wurden. Diese hatten ebenfalls scharf Kritik an den hohen Beraterhonoraren geübt. „Wenn Hoeneß und Rummenigge über Fehlentwicklungen im Beratergeschäft sprechen, haben sie teilweise sicherlich recht“, räumt Nerlinger ein.
Die Diskussion wurde durch den jüngsten Vertragsabschluss von Dayot Upamecano neu entfacht. Der Franzose verlängerte seinen Vertrag beim FC Bayern bis 2030 und soll dabei ein jährliches Gehalt von rund 20 Millionen Euro sowie eine Handgeld in Höhe von 20 Millionen Euro erhalten haben. Nerlinger findet, dass hier der Bogen überspannt wurde: „Bei den Verhandlungen um Upamecano wurde der Bogen anscheinend deutlich überspannt. Deshalb wehren sich Hoeneß und Rummenigge zu Recht.“
Es sei zudem überraschend, dass der Spieler erst spät in die Verhandlungen einbezogen wurde, so Nerlinger. Die Möglichkeit, einem Vertragsabschluss auch abzulehnen, werde oft übersehen. Die astronomischen Summen, die der FC Bayern für Berater ausgibt, sind dabei ein zentraler Streitpunkt – ein Fakt, der sich laut Nerlinger immer mit den hohen Gehältern der Spieler verbinde.
Die Beraterdebatte zeigt einmal mehr, wie komplex die Verhandlungen im Profifußball geworden sind und wie stark die Interessen der verschiedenen Parteien auseinandergehen. Ob die heftigen Worte von Sammer, Hoeneß und Rummenigge tatsächlich zu einer Veränderung im Beratergeschäft führen werden, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Der Druck auf die Branche steigt.
Die Situation um Upamecano verdeutlicht, dass die Gehälter im Fußball weiterhin explodieren. Die Frage, wie lange diese Entwicklung tragbar ist, bleibt unbeantwortet. Der FC Bayern, bekannt für seine hohen Ausgaben, steht hier vor einer besonderen Herausforderung.
