’Ndrangheta-netzwerk zerschlagen: ex-ultras-boss festgenommen

Ein hammerharter Schlag gegen die ’Ndrangheta in Norditalien: Bei einer Razzia der Finanzpolizei und der Staatsanwaltschaft von Catanzaro wurden 54 Personen verhaftet, darunter auch Marco Ferdico, der ehemalige Chef der Ultras von Inter Mailand. Das Ausmaß des organisierten Verbrechens, das hier aufgedeckt wurde, lässt die Ermittler staunen.

Drogenhandel über norditalien

Die Ermittlungen, die sich über mehrere Monate erstreckten, ergaben ein weit verzweigtes Drogenhandelsnetzwerk, das von der ’Ndrangheta-Familie in Vibo Valentia gesteuert wurde. Marihuana, Cocain, Heroin und Haschisch wurden in beträchtlichen Mengen über Piemont, Emilia-Romagna und Lombardia transportiert und schließlich von Ferdico und seinem Netzwerk in Mailand und der Brianza-Region vertrieben. Die Polizei stellte dabei über 410 Kilogramm Marihuana, 1,5 Kilogramm Cocain, sowie Waffen wie Pistolen, Revolver und eine Maschinenpistole sicher.

Ferdico, der bereits im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit der sogenannten „Doppia Curva“-Ermittlung verurteilt wurde, spielte dabei eine Schlüsselrolle. Er soll als „der Fußballer“ von den Bossen der Cosa Nostra bezeichnet worden sein – ein Spitzname, der seine Bedeutung im Drogenhandel unterstreicht. Der Ex-Ultras-Boss steht nun auch in einem Prozess wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in der Mafia und des organisierten Drogenhandels.

Welfare für die mafia: drogen als finanzquelle

Welfare für die mafia: drogen als finanzquelle

Die Einnahmen aus dem Drogenhandel dienten der ’Ndrangheta nicht nur zur persönlichen Bereicherung, sondern auch zur Finanzierung eines illegalen „Welfare-Systems“, mit dem die Familien der inhaftierten Mafiosi unterstützt wurden. Die beteiligten Familien, die Emanuele und Idà, agierten dabei in enger Zusammenarbeit und übten eine erdrückende Kontrolle über ihr Territorium aus.

Die Festnahmen sind ein deutlicher Erfolg für die italienische Strafverfolgungsbehörde und unterstreichen die Entschlossenheit, die Aktivitäten der ’Ndrangheta im gesamten Land zu bekämpfen. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Details in den kommenden Wochen und Monaten ans Licht kommen werden. Die Zerschlagung dieses Netzwerks wird zweifellos einen wichtigen Schlag gegen die finanzielle Basis der ’Ndrangheta darstellen.