Nba-stars streiken: playoff-vorbereitungen gefährdet?

Ein ungewöhnlicher Anblick in der NBA: Am vorletzten Spieltag der regulären Saison blieben gestern satte 168 Spieler von den 30 Teams fern – eine Zahl, die selbst hartgesottene NBA-Beobachter überraschte. War es eine plötzliche, weitverbreitete Grippe? Eher unwahrscheinlich. Vielmehr deutet alles auf ein wohlüberlegtes „Load Management“ hin, das die Verfügbarkeit der Stars für die bevorstehenden Playoffs gefährdet.

Die ausfallliste liest sich wie ein who

Die ausfallliste liest sich wie ein who's who der liga

Die Liste der Ausfälle liest sich wie ein Best-of-der NBA. Namen wie Shai Gilgeous-Alexander, Chet Holmgren, Nikola Jokic und Donovan Mitchell fehlten – und das alles an einem Spieltag, an dem ihre Teams keineswegs auf ihren Einsatz angewiesen waren. Oklahoma City City Coach Mark Daigneault nahm die Spekulationen direkt ins Visier: „Hätten wir den ersten Platz nicht bereits sicher, dann würden alle spielen.“ Eine Aussage, die die Strategie hinter den Ausfällen unmissverständlich macht.

Auch Victor Wembanyama, der gerade die 65-Spiele-Marke für Award-Verfügbarkeit erreichte, ließ keinen Zweifel: „Hätte ich die 65 Spiele bereits erreicht, hätte ich heute sicher nicht gespielt.“ Seine Worte unterstreichen, dass der Fokus bereits auf den Playoffs liegt und nicht mehr auf der Regular Season.

Nikola Jokic, dessen Duell gegen OKC als potenzielles Topspiel angekündigt war, setzte seine Serie der Aussetzungen fort. Nuggets-Trainer David Adelman deutete an, dass ein „erwachsenes Gespräch“ über den Einsatz des Serben im letzten Saisonspiel geführt werden muss. Die Verpflichtung, mindestens 20 Minuten zu spielen, um die 65-Spiele-Marke zu erreichen, stellt die Trainer vor ein Dilemma: Entweder riskieren sie eine Verletzung ihres Stars oder verzichten auf einen möglichen Sieg in der Regular Season.

Die NBA hat zwar Ende 2023 die Regeln für die Spielerteilnahme verschärft, doch eine Bestrafung der betroffenen Teams ist unwahrscheinlich, da diese Regelungen in der Regel nicht am Saisonende angewendet werden.

Die Frage, die sich nun stellt, ist nicht, ob die NBA eine „historische Erkältungswelle“ erfasst hat, sondern ob die Liga das zunehmende Ausmaß des Load Managements in den Griff bekommen kann, bevor es die Integrität des Spiels beeinträchtigt. Die Playoffs stehen vor der Tür, und die Verfügbarkeit der Stars wird dort eine noch größere Rolle spielen. Ob Wemby, Jokic oder SGA am Ende die begehrten Awards gewinnen, bleibt abzuwarten – aber eines ist sicher: Die NBA muss dringend eine Lösung finden, um den Wettbewerb zu gewährleisten und die Fans nicht zu enttäuschen. Der Fokus liegt nun klar auf den Playoffs, und die Regular Season scheint nur noch ein notwendiges Übel zu sein.