Nba-expansion nach europa: deutsche klubs im fokus – chance oder risiko?
Die nba wirbt um europa – und deutschland?
Die National Basketball Association (NBA) plant eine Expansion nach Europa und hat dabei zwei deutsche Basketballvereine im Blick: Alba Berlin und den FC Bayern München. Während Alba Berlin bereits mit Investoren zusammenarbeitet, zeigt sich der FC Bayern München bislang eher zurückhaltend. Doch warum ist das so und welche Herausforderungen birgt die mögliche Teilnahme an der neuen Liga?

Finanzielle abhängigkeit im europäischen basketball
Das aktuelle Finanzmodell im europäischen Basketball ist oft prekär. Die Abhängigkeit von einzelnen Mäzenen wurde erst kürzlich am Beispiel von AS Monaco deutlich. Probleme mit dem Eigentümer Aleksej Fedoricsev, der aufgrund von Sanktionen in finanzielle Schwierigkeiten geriet, führten fast zu einem Spielerstreik. Eine solche Abhängigkeit ist in Deutschland glücklicherweise bisher nicht gegeben, obwohl sie entstehen könnte.

Die 50+1-regel und ihre bedeutung
Im Gegensatz zum Fußball, wo die 50+1-Regel sicherstellt, dass die Vereinsmitglieder die Mehrheit behalten, gibt es diese Regelung weder im deutschen noch im europäischen Basketball. Dies erleichtert die Aufnahme in die geplante europäische NBA-Liga erheblich. Die NBA bringt zwar Aufmerksamkeit, Sponsoren und ein etabliertes Produkt mit, erwartet aber im Gegenzug hohe finanzielle Entschädigungen.

Hohe eintrittsgebühren als hürde
Alba Berlin und der FC Bayern München müssten für die Teilnahme an der Liga Investorengelder aufbringen. Medienberichten zufolge könnten die Eintrittsgebühren zwischen mehreren hundert Millionen und einer Milliarde Euro liegen. Selbst der FC Bayern München, der über beträchtliche finanzielle Reserven verfügt, wird diese Summe kaum allein stemmen können. Uli Hoeneß betonte bereits im Dezember, dass der Basketball sich selbst finanzieren müsse.
Alba berlin als vorreiter bei investoren
Alba Berlin hat bereits Erfahrung mit Investoren. Die Profiabteilung ist mehrheitlich im Besitz von Panda Finance, die den Gesellschaftern Eric und Axel Schweitzer gehören. Lediglich ein Viertel der Anteile verbleibt beim Verein. Der FC Bayern hingegen besitzt seine Spielbetriebs GmbH noch vollständig über den mitgliedergeführten Verein.
Die große frage: lohnt sich die nba europe?
Die Aufnahme von Investoren würde zwar einen Teil der Kontrolle abgeben, regulatorische Hindernisse gibt es jedoch kaum. Dennoch bleibt ein finanzielles Risiko bestehen. Das europäische Basketballsystem schreibt aktuell kaum schwarze Zahlen, und auch die EuroLeague ist oft defizitär (der FC Bayern schrieb im Vorjahr erstmals Gewinn). Mit einer weiteren konkurrierenden Liga müssten nicht nur laufende Kosten, sondern auch die hohen Eintrittsgebühren amortisiert werden. Dafür braucht es Geduld und Glauben an das Projekt.
Langfristige perspektiven und die rolle der fiba
Ingo Weiss, Schatzmeister der FIBA, erklärte in einem Interview, dass die langfristige Perspektive die große Stärke des Projekts sei. Wie die Beteiligten reagieren werden, wenn die finanziellen Erwartungen über Jahre hinweg nicht erfüllt werden, ist jedoch schwer vorherzusagen. Die NBA Europe bleibt somit eine Chance und ein Risiko – für den FC Bayern München und den europäischen Basketball insgesamt.
