Nba-expansion: hainer sieht euroleague als schlüssel
München – Der FC Bayern München hält die Pläne der NBA zur Expansion nach Europa für vielversprechend, sieht aber erhebliche Hürden auf dem Weg zum 2027er Startschuss. Präsident Herbert Hainer plädiert klar für eine Kooperation mit der EuroLeague, um eine nachhaltige Struktur zu gewährleisten – ein Modell, das in München bereits eindrucksvoll bewiesen hat, was Basketball-Euphorie bedeuten kann.

Die nba kommt – aber wie?
Die Ankündigung der NBA, in den europäischen Markt zu drängen, wird von vielen als ein „grundsätzlich gutes Zeichen“ gewertet, wie Hainer in einem Interview mit Merkur/TZ betonte. Die NBA verfügt zweifellos über eine unschlagbare Expertise in der Vermarktung, doch der Weg in die Alte Welt ist komplexer als viele vermuten. Hainer schätzt den für 2027 geplanten Start als „nicht realistisch“ ein. Die Frage, die sich stellt, ist nicht, ob die NBA nach Europa kommt, sondern wie sie sich in das bestehende Ökosystem integriert.
Die EuroLeague als Modell? Hainer sieht hier die Lösung: „Aus meiner Sicht kann es nur mit der EuroLeague gehen, nicht gegen sie.“ Der Erfolg des FC Bayern München in der EuroLeague und die daraus resultierende Begeisterung in der Stadt sind der Beweis dafür. Der regelmäßig ausverkaufte SAP Garden erzeugt eine Atmosphäre, die an die NBA erinnert – ein Beweis dafür, dass Basketball in München mehr als nur ein Sport ist, sondern eine Lebenseinstellung.
Die anfängliche Skepsis der EuroLeague gegenüber einer Zusammenarbeit mit der NBA und dem Weltverband FIBA ist zwar bekannt, doch die jüngsten Gespräche zwischen den Parteien lassen hoffen. NBA-Boss Adam Silver signalisierte vor den NBA-Finals, dass die Liga „voll im Zeitplan“ liege und das Interesse potenzieller Investoren „rekordverdächtig“ sei. Städte wie Paris, London, Berlin, Madrid, Rom und Mailand werden als mögliche Standorte für die neuen Franchises gehandelt. Geplant sind zwölf feste Teams und vier zusätzliche, die sich qualifizieren können.
Es bleibt abzuwarten, wie die Verhandlungen weitergehen und ob eine tragfähige Lösung gefunden werden kann, die sowohl die Interessen der NBA als auch der EuroLeague berücksichtigt. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um festzustellen, ob die NBA-Expansion tatsächlich zu einer Bereicherung für den europäischen Basketball wird oder ob sie zu einem unnötigen Konflikt führt.
Die Zahl spricht für sich: Der FC Bayern München füllt regelmäßig den SAP Garden, was den wachsenden Hunger nach Top-Basketball in Deutschland unterstreicht. Die NBA sollte sich diese Dynamik zu eigen machen, anstatt sie zu untergraben.
